>> Tag des offenen Denkmals am 09.09.2001 - Bericht <<

Der Anlass

Auf Initiative des UWB "Pro Rangsdorf" wurde zum bundesweiten "Tag des offenen Denkmals" das Bücker-Flugzeugwerk durch die Gemeinde Rangsdorf in Zusammenarbeit mit der BBG geöffnet. Unser Verein wurde um Teilnahme gebeten, um vor Ort den Besuchern Auskunft über die Geschichte der historischen Bauten zu geben. Um den Besuchern auch die Möglichkeit zu geben, sich die hier ehemals produzierten Flugzeuge anzusehen, wurden mehrere Bücker- Besitzer von uns nach Rangsdorf eingeladen. Es war die Landung folgender Flugzeuge geplant:

- CASA 1.131E (spanischer Lizenzbau der BÜ131), Pilot Herr Rosenberg
- CASA 1.131E, Pilot Herr Wimmer
- Pitts Special (Kunstflug-Doppeldecker), Pilot Herr Häusler
- Gomhouria 181 MK 6 (ägyptischer Lizenzbau der BÜ181 ), Pilot Herr Niebsch
- BÜ 131 T (polnischer Neubau BÜ131), Pilot Herr Rötzer
- Motorsegler (Nachbau BÜ-Student ...?!?), Pilot Herr Fritsch

Die Außenlandegenehmigung für diese Flugzeuge ist durch unseren Verein bei der zuständigen Landesluftfahrtbehörde eingeholt worden. Die Vorbereitung des Flug- und Vorfeldes wurde ebenfalls durch Vereinsmitglieder realisiert, wobei hier auf die uneigennützige Hilfe der Familie Steinberg (Landschaftsbau Steinberg in Zossen) und die der Agrargenossenschaft Groß-Machnow hingewiesen werden soll. Ohne diese schnelle technische Hilfe wären wir wohl an der kurzfristigen Vorbereitung des Flugfeldes gescheitert. Vielen Dank an dieser Stelle!

Die Veranstaltung

Ab 10.00 Uhr war das Gelände geöffnet. Mitglieder des UWB "Pro Rangsdorf" wiesen die Besucher in die örtlichen Gegebenheiten ein und zählten im Laufe des Tages über 1000 Gäste. Und das bei Wetterbedingungen, bei denen man nicht mal seinen Hund vor die Tür setzt. Temperaturen um 10 Grad, verbunden mit heftigen Winden und immer wieder Regenschauern machten wohl allen Veranstaltern das Leben schwer. Das Interesse an dieser historischen Luftfahrtstätte ist also ungebrochen.
Das extrem schlechte Wetter machte es auch einigen Piloten unmöglich, ihren geplanten Flug nach Rangsdorf anzutreten. Herzliche Grüße aus Rangsdorf also an die Herren Wimmer, Niebsch, Rötzer und Fritsch. Ihnen war die Landung an diesem Tag auf dem historischen Flugfeld nicht vergönnt - unser Mitgefühl ist Euch gewiss!
"Kommt denn noch ein Flugzeug?", war wohl die meist gestellte Frage der vielen Besucher. Wir wussten es selber nicht und "trösteten" uns am Bierwagen des Seebad-Casinos, welcher durch Herrn Glendenberg am Bücker-Verwaltungsbau aufgestellt worden war. (Besten Dank für die Idee mit dem Glühwein im September!)
Kurz vor 13.00 Uhr war dann endlich der ersehnte Sound über dem Rangsdorfer Flugplatz zu vernehmen. Herr Häusler kündigte sich mit seiner Pitts eindrucksvoll an, bevor er diese sanft auf die eingemähte Piste setzte. "Das ich hier einmal landen würde ..." war Pauls trockener Kommentar beim Öffnen der Haube. Wer mehr über diesen sympathischen Kunstflugpiloten erfahren möchte - unter www.privatpilot.de werden Sie fündig!
15 Minuten nach der Ankunft der Pitts trauten wir unseren Ohren nicht. "Rangsdorf Tower, die Bücker D-EFJR 5 Minuten westlich des Platzes" war da plötzlich Jochen Rosenberg im Funk zu hören. Eine absolute Meisterleistung war von diesem Piloten vollbracht worden. Mehrere Stunden Kampf mit den Naturgewalten lagen hinter ihm und seinem Begleiter als er gegen 13.15 Uhr seinen Doppeldecker auf historischem Boden landete. Mit einem lauten Hurra-Brüller während des Ausrollens ließ er seinem privaten Traum Wirklichkeit werden - einmal in Rangsdorf landen!
Beide Flugzeuge wurden vor der alten Einfliegerhalle zur Ausstellung gebracht und die Piloten durch den 1.Vorsitzenden unseres Vereins, Knut Hentzschel, herzlich begrüßt. Dies wäre eigentlich die Aufgabe des Rangsdorfer Bürgermeisters oder seines Stellvertreters gewesen ! Gerade die politischen Entscheidungsträger des Ortes konnten sich heute wieder davon überzeugen, welches Potenzial in dieser historischen Stätte der Luftfahrt steckt, wenn man sie fliegerisch nutzt. Immerhin - einige haben die Gelegenheit genutzt, andere eben nicht.
Viel zu schnell verging die gemeinsame Zeit, gegen 15.00 Uhr wurden die Flugzeuge zum Rückflug vorbereitet. Hatte Herr Rosenberg doch einen langen Rückflug (welchen er bei den Wetterbedingungen aber nicht nonstop zurücklegen wollte) vor sich, so plante Herr Häusler etwa 15 min für den Rückflug nach Fürstenwalde ein. Allen Interessierten sei ein Besuch dieses Flugplatzes empfohlen. Historischer Flugzeugbau wird in Fürstenwalde mit großem Erfolg betrieben.