Bücker Fly-In 2005 – Ein Treffen Historischer Bücker Flugzeuge in Ihrem Geburtsort Rangsdorf

Siebzig Jahre nach dem Erstflug des Kunstflugdoppeldeckers Bücker Bü 133 „Jungmeister“ fand im August ein Treffen historischer Flugzeuge in Rangsdorf statt.

„Rangsdorf“ – Dieser Name steht auch noch heute in Luftfahrtkreisen weltweit für den Geburtsort der bekannten und beliebten Schul- und Sportflugzeuge, welche dort in den Jahren 1935-45 von der Bücker Flugzeugbau GmbH gebaut wurden. Namen wie Heinz Rühmann, Liesel Bach, Elli Beinhorn und Graf Hagenburg sind mit diesen Flugzeugen und ihren Erfolgen während der goldenen Jahre der Fliegerei verbunden. Bückers Flugzeuge wurden in über 20 Länder weltweit verkauft und in der Schweiz, Spanien, Ungarn, der CSSR und in Japan unter Lizenz gebaut. Die Beliebtheit der Bücker Flugzeuge ist ungebrochen, und so werden sogar noch heute Bücker Doppeldecker in Polen, Spanien und den USA neu gefertigt! Auch im Sommer 2005 war Rangsdorf wieder in Luftfahrtkreisen weltweit im Gespräch – das Bücker Fly-In 2005, ein Treffen historischer Bücker Flugzeuge an ihrem Geburtsort Rangsdorf fand statt.

Carl Clemens Bücker war mit seiner Firma Bücker-Flugzeugbau GmbH von 1935 bis 1945 in Rangsdorf ansässig und damals größter Arbeitgeber im Ort. Zu einer seiner berühmtesten Konstruktionen gehört die Bücker Bü 133 „Jungmeister“. Dieses speziell für den Kunstflug konstruierte Flugzeug wurde durch seine Erfolge weltbekannt. Auch heute noch wird dieses Flugzeug, wie auch andere Konstruktionen Bückers, geflogen und ist durchaus noch konkurrenzfähig zu Konstruktionen aus jüngerer Zeit. Ingesamt 5 Bücker 133 „Jungmeister“ waren für das Fly-In in Rangsdorf angemeldet – leider verhinderte das ungewöhnlich schlechte Wetter in Österreich und der Schweiz deren Anreise.

Die Veranstaltung
In diesem Jahr jährte sich der Jungfernflug des Sportflugzeuges Bücker Bü 133 „Jungmeister“ zum 70. mal. Auch die Ansiedlung der Firma Bücker-Flugzeugbau GmbH fand vor 70 Jahren in Rangsdorf statt. Viele Bücker-Piloten traten an unseren Verein heran und wünschten sich einmal auf dem historischen Rangsdorfer Flugplatz zu landen und einen Stempel aus Rangsdorf in ihr Flugbuch eingetragen zu bekommen. Diese Jubiläen und den Wunsch der Piloten haben wir zum Anlass genommen erneut Bücker- und Oldtimerflugzeuge in Rangsdorf landen zu lassen.

Am Wochenende des 20./21. August landeten erstmalig seit über 60 Jahren wieder eine große Zahl Bücker Flugzeuge in Rangsdorf. Unser im Ort ansässige Förderverein Bücker-Museum Rangsdorf e.V. organisierte für dieses Wochenende das Bücker Fly-In 2005 – ein Treffen der Piloten und ihrer Doppeldecker auf dem historischen Rangsdorfer Flugfeld. Bereits in den Jahren 2000 und 2001 organisierte unser Verein einzelne Außenlandungen von Bücker Flugzeugen in Rangsdorf – die Veranstaltung 2005 hatte jedoch mit 26 Flugzeugen, darunter 16 Bücker und insgesamt über 150 Flugbewegungen eine ganz andere Dimension. Dennoch war das Treffen eine „ruhige“ Veranstaltung, bei der die Flugzeuge am Boden und in der Luft betrachtet werden konnten und bei dem man mit den Piloten ins Gespräch kommen konnte. Es war keine „Air Show“ mit Kunstflugvorführungen, aber es gab herrliche Überflüge, auch in Formationen mit mehreren Maschinen!

Vor dem Treffen lagen insgesamt 40 Anmeldungen vor, darunter 5 Exemplare des einsitzigen Kunstflugdoppeldeckers Bü 133 „Jungmeister“, 23 Exemplare des zweisitzigen Schul- und Sportdoppeldeckers Bü 133 „Jungmann“, 2 Tiefdecker Bücker 181 „Bestmann“, 2 Great Lakes Doppeldecker, 2 Piper PA18/19, 4 Zlin Z42/43 des „Blackbirds“ Formationsflugteams, ein SF-25 Motorsegler und ein Tulak als Kameraflugzeug. Bei den gemeldeten Bücker Flugzeugen handelte es sich um historische Rangsdorfer Originale, ursprüngliche Lizenzfertigungen aus der Schweiz und Spanien, und neu gebaute Bücker Flugzeuge aus Polen. Teilnehmer hatten sich mit ihren Maschinen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Schweden und Frankreich angekündigt.

Publikum wurde beim Bücker Fly-In 2005 in Rangsdorf gern gesehen, bei freiem Eintritt. Etwa 3000...4000 Besucher konnten an dem Wochenende bei herrlichem Wetter auf dem historischen Rangsdorfer Flugfeld begrüßt werden. Die Veranstaltung hat uns ermöglicht, erneut die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf das denkmalgeschützte Bücker-Flugzeugwerk zu lenken – es werden nach wie vor Investoren für eine Nutzung der historischen Gebäude gesucht! Der Förderverein Bücker-Museum Rangsdorf e.V. hat sich in den zehn Jahren seines Bestehens erfolgreich für den Erhalt des denkmalgeschützten Werksgeländes eingesetzt, ein Bücker Luftfahrt Museum in Rangsdorf aufgebaut, eine Internet Präsenz etabliert (www.buecker-museum.de), Jugendarbeit betrieben und eine über die Landesgrenzen hinweg aktive Modellflug Gruppe hervorgebracht – alles als Ergebnis des ehrenamtlichen Engagements seiner Enthusiasten. Diese Erfolgsgeschichte wurde mit dem Bücker Fly-In 2005 ein Stück weitergeschrieben – es war vielleicht die letzte Gelegenheit eine solch große Anzahl von Bücker Flugzeugen auf dem historischen Rangsdorfer Flugfeld vor den ehemaligen Bücker-Flugzeugwerken zu erleben.

Genehmigungen und Finanzen
Da das Rangsdorfer Flugfeld nicht mehr als Flugplatz existiert, musste für dieses Wochenende eine entsprechende Genehmigung beim Landesamt für Bauen und Verkehr des Landes Brandenburg beantragt werden. Für ein erfolgreiches Antragsverfahren bei der Luftfahrtbehörde waren vorherige Genehmigungen anderer Behörden und Einrichtungen notwendig - so hat Knut Hentzschel im Namen des Vereins z.B. auch um Zustimmung der Umweltbehörde, dem Eigentümer der Liegenschaft, der Brandenburgische Boden Gesellschaft für Grundstücksverwaltung und -verwertung mbH, und der Gemeinde Rangsdorf gebeten. Die Gemeinde Rangsdorf unterstützte uns in unserem Anliegen und hat bereits früh Ihre Zustimmung erteilt.

Erste konkrete Informationen zu unserem Fly-In in Rangsdorf wurden im Juni 2005 beim „Internationalen Bücker Fly-In“ in Grenchen, Schweiz, von Reinhard Rötzer verteilt – das Ergebnis war ein eindeutiges Interesse in der Bücker-Szene einmal in Rangsdorf landen zu dürfen!

Beim Bücker Fly-In 2005 sollte es sich nicht „nur“ um Außenlandungen handeln, wie in den Jahren 2000 und 2001, sondern um eine „richtige“ Luftfahrtveranstaltung. Das bedeutete, dass während des gesamten Veranstaltungszeitraumes geflogen werden konnte und nicht jeder Pilot extra eine Außenlandegenehmigung beantragen musste, welche ja dann auch nur für eine Landung und einen Start gegolten hätte. Dieser große Unterschied zu den vergangenen Außenlandungen hatte aber einen für uns unerwarteten Vorbereitungsaufwand zur Folge.

Mitte Juli war dann klar, dass seitens der Behörden die Veranstaltung grundsätzlich durchgeführt werden kann. Die Luftfahrtbehörde hatte uns jedoch bereits zu diesem Zeitpunkt mehrere Auflagen erteilt, welche erheblich von denen der zwei vergangenen Außenlandemöglichkeiten abwichen. So war z.B. die Schaffung einer Graspiste in den Maßen 600m x 30m mit Sicherheitsstreifen erforderlich, sowie Abrollwege an beiden Enden und einer anschließenden Abstellfläche für 40 Flugzeuge. Die Auswirkungen dieser Auflagen wurden vom Vorstand des Vereins sorgfältig geprüft: ohne weitere Einnahmen überstiegen die zu erwartenden Kosten der Veranstaltung klar die finanziellen Möglichkeiten des Vereins!

Eine schwere Entscheidung stand an – entweder die Veranstaltung absagen, oder eine Kostenbeteiligung der Piloten in Erwägung ziehen. Zur Durchführung des Treffens waren 150,- € pro Flugzeug erforderlich und es war nicht klar, ob die Piloten bereit waren diesen Betrag zu zahlen. Auf anderen Flugveranstaltungen erhalten die Teilnehmer Geld wenn sie mit ihren historischen Flugzeugen kommen, und hier sollten sie nun zahlen. Die sich daraus ergebende Summe wurde jedoch zur Vorbereitung und Durchführung des Treffens benötigt und verwendet – so sollte z.B. alleine das Mähen der Landebahn, der Rollwege und der Abstellflächen ca. 1000 € kosten. Alle Mitglieder des Vereins leisten ihre Arbeit im Verein ehrenamtlich ohne jegliche materielle Aufwandsentschädigung, und das war auch bei der Organisation und der Durchführung des Bücker Fly-In 2005 in Rangsdorf der Fall.

Die Entscheidung des Vorstandes war jedoch klar – wir wollten es versuchen! Es ging ein Aufruf an Bücker Piloten im In- und Ausland: Anmelden bis zum 23. Juli! Die Entscheidung, ob die Veranstaltung durchgeführt werden kann, sollte durch den Vorstand am Samstag, den 23.Juli 2005 gefällt werden – mindestens 20 Zusagen unter Beachtung der Notwendigkeit einer Spende von 150, € pro Flugzeug waren erforderlich.

Besonders in diesen Tagen bis zur Entscheidung glühten die Telefone – zwischen Vereinsmitgliedern, zwischen Piloten, und vor allem in der „Kommunikationszentrale“ dieser Tage: dem Zuhause unseres Flugleiters Ralf Gaida. Zusammen mit den Bücker-Piloten Josef Ecker, Joachim Rosenberg, Andreas Wegier und Reinhard Rötzer, schafften wir es nicht nur die 20 erforderlichen Anmeldungen zusammenzubekommen, sondern noch viel mehr! Bücker Piloten aus dem In- und Ausland riefen an, schrieben Emails und schickten die erforderlichen Kopien ihrer Pilotenlizenz, des Eintragungsscheins und des Versicherungsscheins vom Flugzeug – Unterlagen, welche wir der Luftfahrtbehörde vorlegen mussten. Die Resonanz war enorm und überstieg unsere Erwartungen bei weitem! Hätte die Luftfahrtbehörde nicht ein oberes Limit von 40 Flugzeugen ausgesprochen, so wäre es zu noch mehr Anmeldungen gekommen. Vorbildwirkung hatte sicherlich auch die geplante Teilnahme der Schweizer Bücker, Vorort organisiert und koordiniert von Andreas Wegier (www.fun-flyers.ch). Sieben Flugzeuge aus der Schweiz sollten es werden, zwei Bü 133 Jungmeister, vier Bü 131 Jungmann und ein Ryan PTA, darunter z.B. ein original in Rangsdorf gebauter Jungmeister (HB MIZ) und das Bücker-Ehepaar Elisabeth und Albert Zeller, welches sowohl mit einem Jungmann (HB UUP) als auch einem Jungmeister (HB MKN) nach Rangsdorf kommen wollte.

Leider hatte jedoch das Wetter den Schweizer und Österreichischen Piloten einen Strich durch die Rechnung gemacht – es regnete dort „Mistgabeln“ und an einen Abflug war bedauerlicherweise nicht zu denken. Unser Vereinsmitglied Josef Ecker hat es sich jedoch nicht nehmen lassen trotzdem für ein Paar Stunden nach Rangsdorf zu kommen – mit dem Auto aus Österreich und ohne seine Jungmeister – das ist wahre Bücker-Begeisterung! Auch Georg von Hantelmann hat es mit seiner Bücker leider nicht bis nach Rangsdorf geschafft. In Hannover war das Wetter so schlecht, dass selbst die Vögel zu Fuß gingen. Mit seinem Sohn mietete er kurzentschlossen ein Auto und legte darin die letzten Kilometer bis Rangsdorf zurück.

Die jeweils aktuellen Informationen zur Veranstaltung und zum Stand der Vorbereitung fanden sich auf unseren Internet Seiten unter www.buecker-museum.de, und auch die Märkische Allgemeine Zeitung MAZ und die Kollegen Webmaster von www.biplanes.de und www.bucker.info machten Werbung für die Veranstaltung – vielen Dank!

Das Organisationsteam
Die Vorbereitungen für die Veranstaltung wurden von einem Team im Vorstand geleitet – wenigstens einmal die Woche trafen sich Knut Hentzschel, Ralf Gaida, Klaus Lewandowski und Hartmut Baier um die Vorbereitungen abzustimmen und zu koordinieren. Dieses Team wurde tatkräftig von anderen Vereinsmitgliedern unterstützt, vor allem bei der Präparierung der Piste und am Veranstaltungswochenende selbst. Viele Vereinsmitglieder haben hier einen tollen Job gemacht. Cornelius Baudisch, Sven Ogiermann, Jan Briese und unsere Anserts mit weiteren Helfern hatten die Absicherung der Flugbetriebsflächen bestens im Griff. Jochen Standfuß und Bernd Dichter bewiesen ihr Talent als Ramp-Marshaller. Der Bücker-Shop lag in den erfahrenen Händen von Michael Lenort, der von Karsten Krause und Klaus Matthies bestens unterstützt wurde. Unsere Schatzmeisterin Andrea Ogiermann überwachte mit geschultem Blick die Finanzen des Vereins. Dr. Stefan Friedrichs ist nicht nur der Webmaster des Vereins - man kann ihn bedenkenlos als den Meeting-Point der Veranstaltung bezeichnen. Unermüdlich kümmerte er sich vor allem auch um unsere amerikanischen Gäste und brachte so alle „Bückerianer“ ins Gespräch. Dadurch entstanden während des Treffens viele neue, interessante Kontakte – allein das war den Aufwand schon wert.

Besonders das Präparieren der Piste bereitete einige Probleme. Nicht nur, dass sie dieses Mal deutlich größer sein sollte als zuvor, sondern sie musste auch von Hand von Müll und Schrott befreit werden und es mussten per Radlader Erdverschiebungen vorgenommen werden um eine akzeptable Ebenheit der Bahn zu erreichen. Zum Eindämmen von Bränden auf dem ehem. Flugfeld mussten vor einigen Jahren auch Pflüge eingesetzt werden – das brachte uns nun große Probleme. Verantwortlich für das Präparieren der Piste war Hartmut Baier und er hat sich mit unermüdlichem Einsatz und unzähligen Stunden Arbeit den Titel „Chef de la Piste“ redlich verdient. Aber ohne Technik ging hier gar nichts. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle deshalb an die Firma Container Klamt aus Rangsdorf sowie Puls Baumaschinen aus Berlin. Wir alle waren erleichtert als die Start- und Landebahn von der Landesluftfahrtbehörde abgenommen werden konnte.

Besonders erleichtert war darüber Ralf Gaida, der die luftfahrtrechtliche Vorbereitung des Fly-In übernahm. Als Flugleiter der Veranstaltung sorgte er für eine störungsfreie Abwicklung des Flugverkehrs vor Ort und koordinierte bei Notwendigkeit den Rangsdorfer Flugverkehr mit den Kollegen auf dem Tower des nahe gelegenen Flughafen Schönefeld. Im Ergebnis konnte man an diesem Wochenende über Rangsdorf fast ausschließlich nur Luftfahrzeuge bewundern, welche zur Veranstaltung gehörten. An dieser Stelle auch ein Dank an alle Piloten der allgemeinen Luftfahrt, die verständnisvoll diesen sonst gerne genutzten Luftraum an der Südkante der CTR Berlin umflogen.

Knut Hentzschel, unser Veranstaltungsleiter, kümmerte sich um den Reibungslosen Ablauf der Veranstaltung, organisierte Unterstützung wo sie gebraucht wurde, begrüßte die Piloten und anwesenden VIPs. So kamen z.B. auch drei Piloten aus den USA, Bücker Pilot Larry Grondski und Wolfgang Schmelzer aus Florida und Bücker Pilot John Trusheim aus Minnesota, die speziell für dieses Bücker Treffen angereist waren – sie wurden an diesem Wochenende von Dr. Stefan Friedrichs betreut, der ebenfalls speziell für dieses Wochenende aus Madrid gekommen war. Ebenfalls zu unseren VIP Gästen gehörten der Sohn, die Tochter und der Enkel von Arthur Benitz, dem ehem. Chefpiloten der Bücker Flugzeugbau GmbH, der mit seinen internationalen Verkaufstouren für Bücker und der Unterstützung der Ägyptischen Lizenzproduktion der Bü181 Bestmann „Gomhouria“ bekannt wurde. Durch seine Kinder überbracht, sandte der heute 96-jährige Arthur Benitz eine Grußbotschaft an die Piloten nach Rangsdorf. Ebenfalls begrüßt werden konnten Vertreter aus der Rangsdorfer Lokalpolitik, wie z.B. Herr Bürgermeister Klaus Rocher (FDP), der persönlich am Samstag das Fly-In eröffnete, Thorsten Osterloh (Vorsitzender der CDU Fraktion), Jan Hildebrandt (Vorsitzender der SPD Fraktion) und Peter Wetzel (Vorsitzender der PDS Fraktion). Beim Bücker Fly-In 2005 konnten auch einige ehem. Bücker Piloten und ehem. Bücker Mitarbeiter, wie z.B. Heinz Richter und Gerhard Schubert, begrüßt werden.

Für die Piloten
Jedem Teilnehmer wurde vor dem Fly-In Informationsmaterial, wie z.B. die Flugbetriebsanordnung der Luftfahrtveranstaltung, Navigationskarten usw. zugesandt. Das Material wurde von Ralf Gaida erstellt und wurde von der Luftfahrtbehörde bestätigt. An dieser Stelle möchten wir erwähnen, dass es mit den verantwortlichen Mitarbeitern der Luftfahrtbehörde des Landes Brandenburg eine außerordentlich konstruktive Zusammenarbeit gab – vielen Dank!

Die Piloten hatten die Möglichkeit Ihre Flugzeuge in der Nacht auf dem Flugplatz Rangsdorf zu lassen, oder auch nach Schönhagen (EDAZ) auszufliegen. Beide Möglichkeiten wurden genutzt, und auch in Schönhagen waren die Piloten mit ihren Maschinen willkommen und sind in den vorhandenen Hangars gut für die Nacht untergekommen. In Rangsdorf auf dem Flugfeld wurden die abgestellten Flugzeuge in der Nacht ausgeleuchtet und bewacht – dank Lichtmast und Stromerzeuger des in Rangsdorf ansässigen Bauunternehmens „Bilfinger und Berger“, welches uns auch einen Wasserwagen zur Verfügung gestellt hatte. Peter Rosenow (www.rosenow-restaurierung.de) hat uns beim Transport dieser Geräte geholfen.

Zwischen dem Verkehrslandeplatz Schönhagen und Rangsdorf richtete der Verein einen Busshuttle ein, übernommen von unserem Vereinsmitglied Horst Betzhold und gesponsert durch Lufthansa Flight Training (www.lft-berlin.de). Dieser Shuttle stand auch schon vor dem Wochenende zur Verfügung um Piloten nach Rangsdorf zu holen, die bereits vorab nach EDAZ angereist waren. Dieser für die Piloten kostenfreie Transfer wurde über den gesamten Veranstaltungszeitraum angeboten.

Am Samstag Abend waren alle Piloten zu einem Grillfest auf dem Flugfeld eingeladen. Professionell zubereitet vom Restaurant „Zum Messingkrug“ aus Wendisch-Rietz, waren die Speisen ein willkommene Freude nach dem ereignisreichen ersten Flugtag! Festzelt und Getränke, inkl. dem von Knut Hentzschel gesponserten Fass Bier, kamen von der Firma Lehm VIP Zelte aus Wendisch-Rietz (www.wendischrietz.de), die auch den Getränkeverkauf und die Verpflegung der Besucher an den beiden Tagen sicherstellte. Diese Veranstaltungsprofis waren uns eine große Hilfe bei der Organisation und Durchführung des Fly-In. Die Piloten fühlten sich eindeutig wohl bei uns, und zeigten sich beeindruckt über die intensive Betreuung die sie durch unseren Verein erfahren haben. Auch der später am Abend und in der Nacht einsetzende starke Regen konnte die Freude nicht trüben – ganz im Gegenteil, die Atmosphäre im Zelt mit den Piloten und Organisatoren war sehr gut!

Als Andenken an das Wochenende gab es für die Piloten nicht nur den begehrten Stempel im Flugbuch, sondern auch einzeln signierte Fotos von Arthur Benitz, und kleine Brocken Putz von der ehem. Einfliegerhalle mit blauer Farbe, die sie als eindeutigen Teil des noch heute sichtbaren Bücker Logos an dieser Halle kennzeichneten. Der Putz bröckelt ab, und diese Artefakte konnte man unterhalb des Logos auf dem Boden finden. Die Piloten signierten ein Poster eines Bücker Jungmann, welches im Original einen Platz in unserem Museum als Andenken an das Bücker Fly-In 2005 finden wird.

Als Pilotenunterkunft wurde hauptsächlich das Seebad-Casino Rangsdorf genutzt. Da jedoch bereits früh für dieses Wochenende ausgebucht, fanden andere Piloten Unterkunft im Hotel Berliner Ring in Dahlewitz und anderen Hotels und Pensionen in der Umgebung. Wiederrum andere Piloten entschieden sich hingegen die Nacht im Zelt an ihrem Flugzeug in Rangsdorf zu verbringen. Da eine Bücker nun aber kein Frachtflugzeug ist, wurde diesen Teilnehmern Zelt und Isomatte von unserem Vereinsmitglied Rüdiger Witt (www.camptours.de) zur Verfügung gestellt – es musste somit nur der Schlafsack bei der Flugvorbereitung berücksichtigt werden. Die zeltenden Piloten konnten freundlicherweise die Sanitäreinrichtungen (inkl. Duschen) der Seeschule Rangsdorf direkt am Rand des Flugfeldes nutzen. Zum Areal der Seeschule (www.seeschule.de) gehört auch das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Haus des deutschen Aero-Club, welches heute im neuen Glanz erstrahlt! Auf dessen Terrasse gab es am Sonntag ein zünftiges Pilotenfrühstück – so, wie die Terrasse bereits in den goldenen Jahren der Sportfliegerei vor dem Zweiten Weltkrieg von Fliegern gerne genutzt wurde. Die Piloten sprachen ihre Anerkennung für die denkmalgerechte Sanierung dieses historischen Gebäudes aus, verbunden mit der Hoffnung, dass auch das ehem. Bücker-Werk mal wieder so eindrucksvoll saniert werden wird.

In Rangsdorf wurde wieder geflogen!
Am Samstag den 20. August 2005 war es dann soweit – die Bahn war präpariert und abgenommen, das Zelt stand, Essen und Getränke waren bereit, der Verkaufsstand des Bückershop bestückt und der „Tower Rangsdorf“ war als „Rangsdorf INFO“ unter der Frequenz 127,875 erreichbar. Um 9:11 war dann das erste Flugzeug zu sehen – der in Polen von Janusz Karasiewicz in Bielsko Biala gebaute Tulak SP-YBL unseres Vereinsmitglieds Adam Grutza. Kurz darauf hatte er die Ehre mit der ersten Landung des Bücker Fly-In 2005 in die Vereinsgeschichte einzugehen. Adam stellte sein Flugzeug für die Veranstaltung als Kameraflugzeug zur Verfügung. Gefolgt wurde er dann gegen 10:08 von Knut Hentzschel, der mit der Piper PA19 D-EKHO der Flugschule Grade aus Schönhagen auf der Bahn 09 in Rangsdorf einschwebte. Kurz darauf, gegen 10:24, landete dann die erste Bücker. Es war Bücker 131 Jungmann SP-YPX von Markus Gilch, ein ebenfalls von Janusz Karasiewicz in Bielsko Biala gebauter Jungmann, mit dem bereits Reinhard Rötzer im Sommer 2000 in Rangsdorf war. Auch an diesen unvergesslichen Augenblick im Jahr 2000 erinnern wir uns heute noch gerne, als damals Reinhard und Artur Düsterhöft in Rangsdorf zur Landung ansetzten!

Die zweite Bücker folgte sogleich gegen 10:32 – es war der gelbe Bücker 181 Bestmann D EGBA von Otto Hartmann, ein Ägyptischer Lizenzbau „Gomhouria“ der von Otto selbst aus Ägypten geholt und nachhause geflogen wurde.

Danach ging es Schlag auf Schlag weiter und es war eine wahre Freude, die Flugzeuge am Himmel über Rangsdorf und bei der Landung zu beobachten. Bereits Mittags konnten wir 19 Flugzeuge zählen, und es sollten noch mehr werden! Samstag war eindeutig DER Tag des Wochenendes, vor allem da einige Piloten am Sonntag Vormittag bereits wieder abreisen mussten – wegen des Wetters und den dadurch erschwerten Flugbedingungen in Süddeutschland.

Wir konnten 6 in Polen neu gebaute Bücker 131 Jungmann begrüßen (SP-YPX, YP-SPY, SP-YHS, SP-YCS, SP-YSR und SP-YGW), 8 ursprüngliche Spanische Lizenzbauten des Bücker 131 Jungmann (D-EFJR, D-EEQP, D-EIOO, F-AZVS, D-EEGN, D-EDWZ, EC-DKX und SP-YPM), und ein aus Teilen gebauter Jungmann (D-EAVV), der unter anderem mit einem in Rangsdorf gebauten Rumpf ausgestattet ist. Des weiteren den oben bereits erwähnten Bücker 181 Bestmann D-EGBA, den Tulak SP-YBL, die Piper PA19 D-EKHO, den Motorsegler SF-25 D-KAAG und zwei wunderschöne Great Lakes Doppeldecker D-EHMM und D-EBGL.

Einer der Bücker Jungmann, SP-YSR, war so neu, dass die Farbe wohl kaum trocken war. Die neue Maschine von Reinhard Rötzer war gerade erst Ende der Woche vor dem Fly-In zu Ihrem Erstflug in Polen gestartet und eingeflogen worden und die entsprechenden Papiere wurden von Janusz Karasiewicz Vorort per Hand durch die Behörden von Warschau zur Fertigstellung gebracht. Das Flugzeug musste einfach an diesem Wochenende in Rangsdorf sein!

Für eine Überraschung sorgte die Außenlandung des historischen Seglers Grunau Baby D-5703. Der Pilot unterbrach hier seinen Streckenflug und nutzte mit Genehmigung des Flugleiters die vorhandene Graspiste, statt auf der benachbarten Wiese zu landen. Wie bei solchen Außenlandungen üblich, trat das Flugzeug auf einem Anhänger die Heimreise in den heimatlichen Hangar an.

Eine geplante Überraschung für die Teilnehmer und Besucher war das Formationsflugteam „Blackbirds“ aus Neustadt/Glewe mit ihren schwarzen Zlin 42/43 D-EWMA, D-EWMC, D-EWMD und D EWFC (www.blackbirds-airshow.de). Dieses nicht nur von der ILA bekannte Formationsflugteam war eine große Bereicherung des Wochenendes und zauberte mit ihren Flugzeugen und Raucherzeugern herrliche Figuren an den Himmel über Rangsdorf – so viele Bücker Flugzeuge in Rangsdorf und so tolle Flugvorführungen am Himmel hatte Rangsdorf tatsächlich seit über 60 Jahren nicht mehr erlebt! Das Erscheinen der Blackbirds ist dem Sponsoring der Versicherungsagentur Wanke aus Zossen, sowie den Firmen Michael Rebentisch, Steffen Rebentisch, Uwe Noack und Michael Nickel aus der Region zu verdanken.

Ein kleiner Schatten fiel jedoch auf die Veranstaltung, als der spanische Bücker Jungmann EC-DKX beim Startversuch am Sonntag Nachmittag seitlich ausbrach und ins hohe Gras rollte. Dieses war an sich nicht weiter schlimm, jedoch stieß die Maschine dabei mit einem großen Stück rostigen Metall zusammen, welches nach der Nutzung des Geländes durch die GUS Streitkräfte noch auf dem ehem. Flugfeld weit außerhalb des Sicherheitsbereiches der Piste verblieben war. Teile des Flugzeuges, vor allem das Fahrwerk, wurden dabei leicht beschädigt. Piloten, Besucher und Veranstalter bekamen alle einen Schreck, aber zum Glück ist nichts ernsthaft passiert. Bereits am Abend stand die Maschine wieder sicher auf dem eigenen Fahrwerk und wurde am nächsten Tag auf dem Landweg nach Schönhagen gebracht, wo die Schäden derzeit professionell behoben werden. Die freiwillige Feuerwehr Rangsdorf half dabei das Flugzeug aus dem hohen Gras zu ziehen, da ein Schieben des Flugzeugs von Hand im hohen Gras zu schwierig gewesen wäre. Die Kameraden der Rangsdorfer Feuerwehr war an beiden Tagen des Fly-In Vorort und haben sich als verlässliche Partner erwiesen. Besten Dank!!

Abgesehen von diesem Schreck, war die Veranstaltung ein großer Erfolg! Rangsdorf bildete an diesem Wochenende eine Insel des guten Wetters in Deutschland, und bei herrlichem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen um die 27° lief auch der Getränkeverkauf gut – der ein oder andere Besucher wird sich an diesem Wochenende auch einen leichten Sonnenbrand als Erinnerung mit nachhause genommen haben. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt mit Spanferkel, Würstchen und vielem mehr, und selbst an die Toilettenhäuschen war gedacht worden. Die Märkische Allgemeine Zeitung berichtete von etwa 3000 Besuchern, alleine am Samstag. Angenehm überrascht haben uns das Interesse und die sehr positiven Reaktionen vieler Rangsdorfer Einwohner. Es wurde aber auch berechtigte, konstruktive Kritik geübt. So fehlte z.B. eine Ausschilderung des Fluggeländes im Ort, welche dann noch am Samstag Vormittag von unserem Vereinsmitglied Volker Ehrlich nachgeholt wurde, und es fehlten Informationsdurchsagen für das Publikum – diese wurden dann von Dr. Stefan Friedrichs improvisiert. Diese beiden Punkte hatten wir bei der Vorbereitung schlichtweg vernachlässigt! Des weiteren wurde Bedauern geäußert, dass das Bücker-Werk an diesem Wochenende nicht für Besichtigungen geöffnet war. Oft gehört haben wir aber auch von den Besuchern „…das ist ja gar nicht so laut“ und „wir müssen unbedingt das Bücker-Werk erhalten“. Diese Meinungen teilen wir! Die meisten die Besucher waren voller Lob und Anerkennung für das, was das Organisationsteam des Vereins hier auf die Beine gestellt hatte! Wir glauben, dass – so wie wir – sich viele Besucher gerne an dieses herrliche Flugwochenende in Rangsdorf erinnern werden.

Nachbereitung und Ausblick
Die Tage jetzt, nach der Veranstaltung, sind voll davon die positiven Eindrücke des Wochenendes zu verarbeiten. So wie wir gehört haben, sind alle Teilnehmer wieder wohlbehalten an ihre Heimatstandorte zurückgekehrt und der Jungmann EC-DKX ist in Schönhagen in guten Händen. Für das Organisationsteam ist die Arbeit jedoch noch nicht vorüber – geliehene Ausrüstung muss zurückgegeben werden, Rechnungen müssen bezahlt werden, Helfern wird gedankt, die Flugbewegungen werden ausgewertet und es geht an die Nachbereitung der Bilder, der Videos and der vielen geführten Gespräche. Hierzu gehört die neue Bilddatenbank (Fotogalerie) welche wir unter www.buecker-museum.de eingerichtet haben, ebenso wie dieser Bericht. Es gehört aber auch dazu, zu reflektieren was gut gelaufen ist und was hätte besser sein können – jetzt da die Erinnerungen noch frisch sind, ist es der beste Zeitpunkt – um für ein eventuelles nächstes Mal zu lernen.

Vielleicht war es das letzte Mal, dass wir eine solche Veranstaltung in Rangsdorf hatten - wir hoffen es jedenfalls nicht. Wir konnten mit dieser Veranstaltung deutlich machen, welchen Stellenwert Rangsdorf in der historischen Luftfahrt immer noch hat und welches Potential in diesem Gelände steckt, wenn man es entsprechend nutzt. Falls in zwei bis drei Jahren das Flugfeld noch existiert und sich wieder ein gutes Organisationsteam findet, würden wir gerne eine solche Veranstaltung wiederholen und zum nächsten Bücker Fly-In nach Rangsdorf einladen! Dass wir es können, haben wir bewiesen. Es gibt immer noch sehr viele Bücker-Piloten, denen der Rangsdorfer Stempel im Flugbuch fehlt, und diejenigen, die diesen bereits haben, kommen sicherlich gerne wieder. Mit großer Freude konnten wir in den letzten Tagen die Angebote vieler Einwohner Rangsdorfs zur Kenntnis nehmen, sich bei einer Wiederholung des Bücker Fly-In in Rangsdorf intensiv zu beteiligen. Wir streben dies an, alleine schon um den 2005 angemeldeten Schweizer und Österreicher Piloten die Möglichkeit zu geben, einmal auf diesem historischen Boden in Rangsdorf zu landen. Erste Vorbereitungen dazu beginnen jedenfalls schon jetzt!

Das Bücker Fly-In 2005 war ganz klar einer der Höhepunkte in der bisherigen Geschichte unseres Vereins. Das Organisationsteam hat viel gearbeitet, das ist normal und gehört nun einmal dazu. Aber die wirklich großartige Leistung wurde von den Piloten gebracht, welche sich zum Flug nach Rangsdorf angemeldet hatten. Ohne deren Einsatz wäre dieses Event nicht möglich gewesen!

Dr. Stefan Friedrichs,
Ralf Gaida und
Knut Hentzschel