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Mit freundlicher Genehmigung des fliegermagazin, Ausgabe 10/2005

   

>> Bücker-Treffen in Rangsdorf <<

Zurück zu den Wurzeln
 
 
 
Bild vergrössernBild vergrössernDas Team des Bücker-Vereins hatte Monate lang geplant, um Genehmigungen gebangt und um gutes Wetter gefleht – mit Erfolg: Pünktlich zum Fly-in am 20. und 21. August präsentierte sich der einstige Bücker-Werksflugplatz Rangsdorf wieder fast wie in alten Zeiten.

Bild vergrössernZwar ist die berühmte Einfliegerhalle mittlerweile so stark heruntergekommen, dass höchstens noch Wohlmeinende von morbidem »Charme« sprechen, Aber für die Besatzungen der Bü 131 Jungmann und Bü 181 Gomhouria-Bestmann war es »historischer Boden«, auf dem sie landeten: Auch wenn nur ein Teil der Bücker-Oldies tatsächlich im Rangsdorfer Werk entstand – viele Lizenzbauten wurden in Spanien, Tschechien, Polen und Ägypten produziert –, so war es doch faszinierend, quasi an den Geburtsort der Maschinen zurückzukehren. Der Rangsdorfer Flugplatz war im Juli 1936 rechtzeitig zu den Olympischen Spielen in Berlin eröffnet worden und diente anschließend bis 1945 als Bücker-Werkplatz und Fliegerhorst der Luftwaffe.

Bild vergrössernSogar richtiger Linienflugbetrieb fand hier statt: Von Oktober 1939 bis Anfang 1940 flog die Deutsche Luft Hansa von hier aus mit Ju 52 und Ju 90 sowie die sowjetische Aeroflot mit DC-3 regelmäßig Ziele in Skandinavien und Moskau an. Auch zahlreiche Prominente fühlten sich in Rangsdorf zu Hause: Heinz Rühmann hatte dort zeitweilig sein Flugzeug stationiert. die Rekordfliegerin Elly Beinhorn und ihr Ehemann, der Rennfahrer Bernd Rosemeyer, zählten zu den Stammgästen am Flugplatz, Beate Uhse lernte hier das Fliegen. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte die sowjetischeBild vergrössern Luftwaffe das Gelände, seither liegt es im Dornröschenschlaf. Deshalb freuten sich die Fly-in-Organisatoren Knut Hentzschel und Ralf Gaida, der auch als Flugleiter amtierte, umso mehr, dass über das Wochenende bei Kaiserwetter mehr als 100 Starts und Landungen gezählt werden konnten, auch wenn einige angemeldete Maschinen – darunter alle Bü 133 Jungmeister – aus Süddeutschland, der Schweiz und Österreich von einem Alpen-Tief am Boden gehalten wurden. Dafür waren zumindest 17 Jungmann in allen Varianten sowie ein in Ägypten produzierter Lizenzbau der Bestmann, die Gomhouria 181, zu sehen.

Bild vergrössernDrei Teilnehmer reisten sogar eigens aus den USA an, um mit dem Neffen von Carl Clemens Bücker, Alfred Bücker, sowie den Kindern des hochbetagten Bücker-Chefpiloten Arthur Benitz auf historischem Boden über alte Zeiten zu plaudern.

Eine gemähte Wiese von 600 Metern erlaubte den Piloten, ihre Oldies oder Nachbauten stilgerecht auf Gras vor der alten Einfliegerhalle aufzusetzen. Bild vergrössernMehrere tausend Zuschauer aus Rangsdorf und der Umgebung machten aus der zweitägigen Veranstaltung ein Volksfest. Auch der anwesende Rangsdorfer Bürgermeister war von der perfekt organisierten Veranstaltung beeindruckt. Vielleicht gibt es deshalb jetzt wieder Hoffnung, das denkmalgeschützte, aber zunehmend dem Verfall preisgegebene Areal entweder durch ein größeres Bücker-Museum oder sogar eine Endmontagestätte der polnischen Bücker-Nachbauten mit Außenlande- und Starterlaubnis erneut zu beleben.

Bild vergrössernPublikum wie Piloten waren jedenfalls vom Bücker-Fly-in begeistert – dem ersten seit mehr als 60 Jahren, wenn man die Landungen zweier polnischer Jungmann-Nachbauten auf dem Gelände im Jahr 2000 außer Acht lässt. Deshalb hoffen sowohl die Teilnehmer als auch alle Mitglieder des Bücker-Vereins in Rangsdorf auf eine Neuauflage in naher Zukunft.


js

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Mit freundlicher Genehmigung des fliegermagazin, Ausgabe 10/2005

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