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Märkische Allgemeine Zeitung vom 03. Januar 2002

Neu sind die Fahrwerksräder von der Polikarpow
Gäste aus aller Welt in den beiden Rangsdorfer Museen / Weitere Exponate ergänzen die Sammlung

Rangsdorf • Am 1. April des vergangenen Jahres öffnete das Bücker-Luftfahrt- und Europäische Eissegel-Museum Rangsdorf im Seitentrakt des "Seebad-Casino" am Rangsdorfer See seine Pforten für die Öffentlichkeit. Getragen wird dieses Doppelmuseum mit einem zusätzlichen Ausstellungsteil zur Ortsgeschichte von zwei Fördervereinen. Die Dauerausstellungen konnten dank neuer Exponate ständig ausgebaut werden, wie das an einigen Beispielen des Bücker-Luftfahrt-Museums demonstriert werden soll. So übergab Familie Skambraks dem Museum einen hölzernen Munitionskasten vom Rangsdorfer Flugplatz; Hermann Geßler Fahrwerksräder von einem Doppeldecker Polikarpow Po-2, der in Rangsdorf nach 1945 als Schulflugzeug im Einsatz war. Ebenfalls vom Rangsdorfer Flugplatz stammen Ölbehälter und eine Mischkanne für ein Zweitaktergemisch, übergeben von Hartmut Baier.
Die Zahl der Großmodelle wurde durch einen Schulgleiter SG 38 von Rainer Weigmann aus Königs Wusterhausen ergänzt, während ein Original-Propeller eines Fieseler Storch und das Querruder einer Bücker Bü 131 "Jungmann" von Manfred Franke aus Berlin zur Verfügung gestellt wurden. Tolle Luftaufnahmen vom Bücker-Werk von Manfred Kretschmar und von seiner Bü 181 "Bestmann" von Hans W. Reichert aus Bobingen seien genannt. Allein diese Ergänzungen lohnen einen erneuten Besuch. Schön wäre es auch, wenn nicht nur Klassen der Grundschule, sondern auch Lehrer und Schüler der Realschule und der inzwischen zwei Gymnasien des Ortes die Möglichkeiten des Doppelmuseums zum kennen lernen der lokalen Geschichte nutzen würden.
Nach den ersten neun Monaten wurde in den letzten Dezembertagen bereits der 2000. Museumsgast begrüßt. Ohne Zweifel kann das als Ausdruck für das Interesse an der Geschichte des Eissegelns und der Rangsdorfer Luftfahrt und als ein guter Erfolg für Dauerausstellungen betrachtet werden. Die Resonanz widerspiegelt sich auch im Besucherbuch des Museums, wenngleich sich bekanntlich immer nur ein kleiner Teil der Gäste einträgt.
Auch hierfür seien nur einige Beispiele genannt: Gleich zu Beginn wurden viele gute Wünsche für beide Museen eingetragen, so vom damals amtierenden Bürgermeister Heinz Nätsch, von Dieter Frambach vom "Alten Krug" in Zossen und Silvio Fischer vom Wünsdorfer Museum des Teltow. Viele weitere anerkennende Worte und Wünsche folgten, so von Schülern der 9c der Geschwister-Scholl-Schule Dabendorf oder von der Gruppe des BRH Rangsdorf-Dahlewitz-Blankenfelde-Mahlow. Zu den Gästen zählten auch ehemalige Bücker-Mitarbeiter wie Ermando Ricci aus Berlin: Er schrieb: "Mein spezielles Erinnerungsvermögen ist im Zeitraum 1941 bis 1945 angesiedelt. Zu dieser Zeit war ich als Ingenieur im Statikbüro unter der Leitung von Herrn Raoul Jörn beschäftigt. Ich komme gerne wieder. "
Oftmals berichten ältere Besucher, dass sie auf einem Bücker-Flugzeug ihre ersten Flüge mit und ohne Fluglehrer unternahmen. Vor einiger Zeit waren auch Angehörige von einem Neffen von Carl Clemens Bücker im Museum. Immer wieder interessant sind Eintragungen, die von Gästen aus anderen Ländern zeugen. Über Besucher aus Italien und von den Fidschi-Inseln östlich von Australien wurde bereits berichtet. Inzwischen schrieb sich auch Stanny Wilson von Rolls-Royce Aeroengines aus Großbritannien ein, lobte mit "Sehr gut" das Bücker-Museum und schrieb, dass er wüsste, wie schwierig der Aufbau eines Museums ist, weil er in seiner freien Zeit für ein De-Havilland-Museum arbeitet.
Aus Holland trugen sich Koes und Anne Plaisier ein und fanden beide Museen sehr interessant. Es seien aber auch die Kunststudenten aus St. Petersburg genannt, die im Südring-Center ihre Bilder ausstellten, sich durch das Museum führen ließen, ein Geschenk überreichten und in russischer Sprache ihren Dank und die Hoffnung auf ein neues Treffen formulierten. So darf sicherlich berechtigt festgestellt werden, dass das Bücker-Luftfahrt -und das Europäische Eissegelmuseum am Strand des Rangsdorfer Sees immer stärker auch international bekannt werden.
Die beiden Fördervereine wünschen sich auch 2002 wieder viele interessierte Besucher aus dem In- und Ausland zu den Öffnungszeiten am Mittwoch von 9 bis 12 und 13 bis 17 Uhr sowie am Freitag, Sonnabend und Sonntag von 13 bis 17 Uhr. Foto / zurück

 
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