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Märkische Allgemeine Zeitung vom 04. April 2001 (Artikel 1)

Gleich tritt aus CDU-Fraktion aus
Rangsdorfer Parteifreunde enttäuscht

RANGSDORF . Der Rangsdorfer Bürgermeister Peter Gleich ist aus der CDU-Fraktion des Gemeinderates ausgetreten. Fraktionsvorsitzende Sylvia Muschinsky bestätigte am Montag zur öffentlichen Fraktionssitzung das seit Wochen kursierende Gerücht. In einem Schreiben begründet der Bürgermeister seinen Schritt damit, dass er keine Basis mehr für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Fraktion sieht. Unklar ist, ob sich Gleich einer anderen Fraktion anschließen wird.
Hintergrund des Zerwürfnisses sind unterschiedliche Auffassungen zu der nicht zustande gekommenen Ansiedlung eines Bücker-Flugzeugwerkes samt Werksflugplatz in Rangsdorf. Strittig sind offenbar unter anderem die Kompetenzen des Bürgermeisters beim Verhandeln mit Investoren. Die Interessengemeinschaft Denkmalgeschütztes Bücker-Gelände warf ihm vor, die Gemeindevertreter und das Amt Rangsdorf nicht rechtzeitig über das Ansiedlungskonzept informiert zu haben. Die Interessengemeinschaft zog sich inzwischen zurück.
Wie Sylvia Muschinsky sagte, werde die Kommunalaufsicht Teltow-Fläming dieser Tage den Rangsdorfer Gemeindevertretern die Aufgaben und Befugnisse eines Bürgermeisters einerseits und eines Amtsdirektors andererseits auflisten.
Die geplante Bücker-Ansiedlung war nie Thema eines ausführlichen Gedankenaustauschs in der CDU-Fraktion gewesen. Deshalb reagierten die Parteifreunde am Montag mit Unverständnis bis Verärgerung über den Austritt des Bürgermeisters.
Erhard Beer vom Ortsverband: " Wir sind schon vor Wochen auf ihn zugegangen und haben die Aussprache gesucht. Peter Gleich ist uns ausgewichen. Wir wissen nicht, was ihn drückt."
Gemeindevertreter Dieter Sauer: "Ich bin schwer enttäuscht. Peter Gleich ist mit einem CDU- Mandat gewählt worden. Nur weil nicht alle seiner Meinung sind, verabschiedet er sich nun sang- und klanglos von der Fraktion. Unterschiedliche Meinungen sind etwas Normales. Da könnten wir uns ja alle in die Ecke stellen und beleidigt sein."
Fraktionsvorsitzende Sylvia Muschinsky: "In unserer Fraktion galt nie Fraktionszwang bei Abstimmungen. Verschiedene Meinungen werden akzeptiert. Warum können wir uns nicht wie erwachsene Menschen an einen Tisch setzen und die gegenseitigen Vorwürfe ausräumen? Ich weiß nicht, wie sonst die künftige Zusammenarbeit in der Gemeindevertretung aussehen soll. ..".
Hinsichtlich eines Bücker-Flugzeugwerkes mit Werksflugplatz gibt es in der CDU Rangsdorf unterschiedliche Standpunkte. Jürgen Muschinsky: "Ich fürchte, jetzt ist sowieso alles zu spät. Aber falls Reinhard Rötzer als Inhaber der Bücker GmbH wirklich noch an Rangsdorf interessiert ist, muss er den notwendigen Antrag beim Amt stellen. Sowohl die Gemeinde als auch die Bücker-Leute haben Fehler gemacht. So viel Mut sollte man aufbringen, sich das einzugestehen."
Eine in der vorigen Woche anberaumte interne Gemeinderatssitzung zum Thema Bücker-Ansiedlung war unter anderem daran gescheitert, dass laut Kommunalaufsicht kein Grund - sprich: Antrag auf Ansiedlung - vorliegt, um sich überhaupt mit dem Thema zu befassen. zurück

 
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