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Märkische Allgemeine Zeitung vom 07. Februar 2001

Gemeinschaft mit neuem Konzept/ Gläserne Werkstätten und Oldtimer-Flugtage
Rückenwind für Bücker-Fans

Rangsdorf(sz). Die Verweildauer des ehemaligen Bücker-Geländes, auf dem in den 20er und 30er Jahren Bücker-Flugzeuge produziert und geflogen wurden, bei der Brandenburgischen Boden als Verwalterin ist rekordverdächtig. Seit dem Abzug der sowjetischen Fliegertruppen 1994 sind die Gebäude dem Verfall preisgegeben. Das hat seinen Grund: Bislang konnte kein Interessent ein schlüssiges Konzept für die gesamte Entwicklung des Areals vorweisen. Die sich in Gründung befindende " Interessengemeinschaft Denkmalgeschütztes Bückergelände" dagegen will jetzt Nägel mit Köpfen machen. Ihr schwebt die Erhaltung des Bücker-Werkes als einzigartiges Industriedenkmal, der Aufbau eines Luftfahrtmuseums, die Ansiedlung historischer Betriebe sowie die Wiederaufnahme des Flugverkehrs mit eingeschränktem Flugbetrieb vor.
"Keinesfalls ist an einen normalen Sportflugplatz gedacht", versicherte Thomas Schüttoff, der Sprecher der Interessengemeinschaft, auf einer Pressekonferenz im Seebad-Casino. "Es sollen lediglich Werksflugverkehr und Museums-Oldtimerflugverkehr möglich sein. Ein bis zwei Luftfahrtveranstaltungen (pro Jahr -d. Red.) sollen ihren festen Platz im Veranstaltungskalender haben."
Verstärktes Ansiedlungsinteresse haben bisher die Bücker-Jungmann Flugzeughandels GmbH und die Fahrzeugrestaurierung Rosenow. Die Bücker Jungmann GmbH arbeitet ihre Aufträge derzeit in Polen mit 20 Arbeitskräften in einem viel zu kleinen Gebäude ab und kann derzeit keine neuen Aufträge annehmen. Bisher wurden dort 15 Bü 131 Jungmann produziert. Der Arbeitsaufwand pro Stück beträgt rund 3000 Stunden. Die angestrebte Jahresproduktion von 12 Stück ist für 2001 bereits gesichert.
Diese bereits existierende Neuproduktion der Bücker Bü 131 Jungmann könnte nach Sanierung des Bücker-Werkes in die ehemaligen Werkhallen zurückkehren. Auch die Firma Rosenow, die seit zehn Jahren in der Kfz-Oldtimerrestaurierung tätig ist und Aufträge von der Automobilindustrie, von Museen und namhaften Sammlern erhält, braucht für neue große Aufträge unbedingt eine schnelle Lösung. Sinnvoll wären die gemeinsame Nutzung von Stellmacherei, Lackiererei usw. Die Ansiedlung dieser Firmen könnte weitere Dienstleister nach sich ziehen. Mittelfristig würden 50 Arbeitsplätze geschaffen.
Bürgermeister Peter Gleich erinnerte an den Beschluss der Gemeindevertretung von 1994, einen Flugplatzbetrieb für Rangdorf abzulehnen. Er sagte: "An dieser Entscheidung hat sich auch nichts geändert. Aber das Konzept hat sich geändert. Es wirkt überzeugend. Ich kann mir einen Werkflugplatz, wo von Montag bis Freitag gearbeitet wird und ein bis zwei Flugtage im Jahr gut vorstellen. Das ist eine Chance, mit der wir uns anfreunden mussten, weil sonst mit diesem historischen Gelände nichts passiert". Er stelle sich vor, wie hier der Opa seiner Enkelschar in diesem Erlebnismuseum seine Geschichte zeigt: beim Besuch von gläsernen Werkstätten sehen, wie ein Bücker-Gerippe entsteht und später dabeisein, wenn die Maschine eingeflogen wird. Die Zeit drängt. Erstens können potentielle lnteressenten nicht ewig warten. Anderswo gibt es genügend voll erschlossene Gewerbeflächen. Schleppt sich alles noch jahrelang hin, sind die Firmen gezwungen, sich anderswo umzutun, was schade für Rangsdorf wäre.
Zweitens gilt es, den zunehmenden Verfall der unter Denkmalschutz stehenden Bücker- Produktionsstätten aufzuhalten.
Um ihre Interessen zu bündeln, schlossen sich die Bücker-Jungmann Flugzeughandels GmbH, die Fahrzeugrestaurierung Rosenow, der Förderverein Bücker-Museum e.V. und die BTG Consult Projektentwicklungsgesellschaft in besagter Interessengemeinschaft zusammen. Es geht um ca. 150 ha Liegenschaft mit einem knappen Dutzend denkmalgeschützter Bücker-Hallen und alten Plattenbauten aus der Nachnutzung durch die sowjetische Armee.
Einen Vorgeschmack auf ein wiederbelebtes Bücker-Gelände können Freunde der Luftfahrt bei den
1. Historischen Sportflugtagen in Rangsdorf zu Pfingsten 2001 bekommen. Knapp 100 Flieger aus ganz Europa und den USA werden erwartet. Zugelassen werden ausschließlich historische Sport- und Reiseflugzeuge. Mit Militär- und modernen Luftfahrtzeugen will man in Rangsdorf nichts am Hut haben! Foto 1Foto 2 / Foto 3 / zurück

 
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