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Märkische Allgemeine Zeitung vom 11. September 2012

Stöbern auf gesperrtem Terrain
Bücker-Werkshallen bestanden zum Teil auch aus Holz
Tag des offenen Denkmals bei ehemaligen Flugzeugwerken

Von Andrea von Fournier

RANGSDORF • In diesem Jahr stand der Tag des offenen Denkmals ganz im Zeichen des Holzes. Dass dieser natürlichste aller Baustoffe auch bei den Führungen über das Gelände der ehemaligen Bücker-Flugzeugwerke in Rangsdorf eine Rolle spielt, kommt einem spontan kaum in den Sinn. Die meisten der etwa 300 Besucher – damit war die Resonanz so groß wie im letzten Jahr – dachten an Propeller, Öl und Schmierstoffe und an große Hallen aus Stein, Glas und Metall. Doch einige dieser großen Hallen, die es auf dem weitläufigen Gelände gibt und die zur Montage, zur Bereitstellung für die Einflieger oder zu Lagerzwecken dienten, wurden teilweise aus Holz gebaut. Nicht nur die riesigen Dachkonstruktionen und Schalungen, auch manche Außenwand war aus Holz. Der Zahn der Zeit nagt nicht nur an diesem Baustoff, davon konnten sich die Besucher überzeugen. In Gruppen von 20 bis 40 Personen machten sie sich jeweils mit zwei Geländekundigen vom Bücker-Verein oder vom Kulturverein Rangsdorf, die zum zweiten Mal partnerschaftlich als Veranstalter einluden, auf den Weg durch die einstige Flugzeugschmiede. Dabei hatten die Führer unterschiedliche Schwerpunkte, die beim Historiker Siegfried Wietstruk anders ausfielen als bei Klaus Lewandowski, einem Rangsdorfer Urgestein. Durch mannshohes Gras und Wildblumen bahnten sich die Neugierigen den Weg vorbei an den verschiedenen Fertigungshallen, dem von einem Kunstmaler sanierten ehemaligen Verwaltungstrakt und der Kantine zur Einfliegerhalle, deren Mittelteil heute fälschlicherweise oft für den Tower des Flugplatzes gehalten wird. Doch der stand etwas abseits und wurde zum Entsetzen der Liebhaber historischer Fliegerei längst abgerissen.

Rüdiger Witt, Vorsitzender des Vereins Bücker-Museum, konnte seinen Zuhörern viel Spannendes aus Vergangenheit und Gegenwart berichten. Vom Umzug der Bücker-Flugzeugwerke 1935 aus dem zu eng gewordenen Areal in Berlin-Johannisthal, der Notwendigkeit, beim Stand der damaligen Erkenntnis, Flugzeug-Startbahnen kreisrund zu gestalten bis hin zu technischen Details an „Jungmann“- oder „Jungmeister“- Flugzeugen reichten seine Ausführungen. Episoden wie der Brand einer Halle mit 50 zur Auslieferung vorbereiteten Flugzeugen, darunter einem Prototypen, der dann nie gebaut wurde, durch ein sich verselbständigtes startbereites Flugzeug fesselten die Besucher. Viele Fragen wurden gestellt und einige Gäste erwiesen sich als bestens informierte Flugzeugfans. An allen Gebäuden linsten Besucher durch Löcher oder nicht mehr vollständig verschließbare Türen, weil das Betreten verboten ist, das Interesse jedoch groß war. Im alten Trakt der Einflieger gab es Reste eines riesigen Sportsaals zu entdecken, Kinder waren von Schildern in russischer Sprache fasziniert. Die Organisatoren zogen eine positive Resonanz des Tages: Die Besucherzahlen und Rückmeldungen der Gäste waren erfreulich, die Organisation klappte und dazu lieferten die Mitstreiter vom Kulturverein Kaffee, Wasser und Schmalzstullen. Die Enthusiasten des Bücker-Vereins waren mit einem Literaturstand vor Ort.

 

 

 

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