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Märkische Allgemeine Zeitung vom 13. Januar 2003

Ungeeignetes Gelände
Zu: "Baracken vor dem Abriss“, 11. Januar 2003

Rangsdorf • Im oben genannten Artikel wurde mitgeteilt, dass neben demnach 1945 errichteten Motorenprüfstand die zwei unter Denkmalschutz stehenden Fremdarbeiterbaracken auf dem Bücker-Gelände in Rangsdorf abgerissen werden sollen. Kurz zuvor war eine vorgesehene Wohnbebauung im Anschluss an die Bücker-Villa an der Walther-Rathenau-Straße, also auf dem Gelände des früheren Sportplatzes und "Ostarbeiter"-Lagers des Bücker Flugzeugwerkes, angekündigt worden. Damit muss bei den Lesern der Eindruck entstehen, dass wegen des geplanten Wohnungsneubaus an dieser Stelle der Denkmalschutz für die beiden Baracken aufgehoben wurde.
Dazu sind zwei Bemerkungen notwendig: Erstens ergibt sich die Frage, ob neue Wohnbauten in Rangsdorf überhaupt notwendig sind. Ich bezweifle das. Wenn jedoch die Abgeordneten der Meinung sind, dann sollte der Standort nochmals geprüft werden; denn Wohnungen auf dem Gelände eines ehemaligen Zwangsarbeiterlagers halte ich nicht für geeignet.
Zweitens sei darauf verwiesen, dass die Formulierung "zwei Fremdarbeiterbaracken" in der eingangs genannten Mitteilung nicht den Tatsachen entspricht. Die Unterschutzstellung erfolgte seinerzeit tatsächlich in der Annahme, es handele sich um Originalbaracken aus der Zeit des "Ostarbeiter"-Lagers. Die von mir gemeinsam mit Mitgliedern des Fördervereins Bücker-Museum Rangsdorf e.V. vorgenommenen Messungen und Vergleiche mit historischem Kartenmaterial ergaben jedoch, dass weder Größe noch Standort der noch vorhandenen beiden Baracken mit den ursprünglichen Lagerbaracken identisch sind. Die beiden heutigen Baracken haben eine Grundfläche von 516 Quadratmetern, die damaligen Baracken, die einen größeren Abstand vom Verwaltungsgebäude hatten, wiesen lediglich eine Grundfläche von 272 Quadratmetern auf und waren damit etwa halb so groß.
Eine von Vertretern des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Teltow-Fläming im Sommer 2002 durchgeführte Besichtigung und Messung bestätigte unsere Vermutungen, dass die noch vorhandenen Baracken keine Originalbaracken aus der Zeit vor 1945 sind. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurden diese Bauten als Mannschaftsunterkünfte für Soldaten der Einheit der sowjetischen Luftwaffe im Bücker- Werk nach 1945 errichtet. Daraus resultieren ganz offensichtlich die nunmehr erfolgte Aufhebung des Denkmalschutzes und auch die Abrissgenehmigung.

Siegfried Wietstruk, Rangsdorf. zurück

 
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