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Märkische Allgemeine Zeitung vom 14. Februar 2005

Belegschaft ab 1942 – Fehlanzeige Ausstellung zu C.C.Bücker eröffnet

URSULA CZERLINSKI

RANGSDORF Mehr als 50 geladene Gäste nahmen am Freitag an der Eröffnung der Ausstellung zum Leben und zum Werk des Flugzeugkonstrukteurs und Unternehmers Carl Clemens Bücker (1895-1976) im Rangsdorfer Bücker-Luftfahrtmuseum teil.

Kindheit und Jugend, die Zeit als Seekadett, Fähnrich und Marineflieger, die schwedische Periode ab 1921, der Umzug nach Berlin und das Werk in Rangsdorf, in dem bis 1945 viele der noch heute weltweit bekannten Bücker-Flugzeuge entstanden, die Zeit bis 1976 – zu all dem gibt es zehn Tafeln mit kurzen Texten und Fotos, Zeugnissen, Orden und Urkunden.

Sonderausstellung und ständige Ausstellung bilden eine Einheit, erläuterte Siegfried Wietstruk, der die Tafeln konzipierte. Und er sagt: „Die Ausstellung spiegelt den heutigen Stand der Forschung wider.“

Einen Stapel Dokumente übergab die Nichte der Bücker-Chefsekretärin. Alfred Bücker, ein Neffe Bückers, hatte engen Kontakt zu C. C. Bücker und ist eigentlich „Erbe der Flugzeugwerke“. Bücker übergab als Kapitän zur See viele Exponate und ein Kassenbuch der Jahre 1935 bis 1945. Viele Besucher zog es, angeregt von der Debatte um die erwogene Benennung der Realschule Rangsdorf, an die Tafel zu den Jahren 1939 bis 1945. Die erläutert, dass „das Reichsluftfahrtministerium und das Oberkommando der Luftwaffe bestimmten, was in den Flugzeugwerken produziert wurde“. Ab 1940 waren es – nach Aussagen ehemaliger Mitarbeiter – neben den Bücker-Flugzeugen der Lastensegler DFS 230, Teile für die Henschel-Gleitbombe HS 293, Tragflächen für die Ju 87 und Teile des FW 190-Leitwerks. Die Angaben zur Bücker-Belegschaft, zu Kriegsgefangenen und Fremdarbeitern fehlen ab 1942, auch im Bundesarchiv Berlin, wo Wietstruk geforscht hat.

Was wäre passiert, hätte Bücker die Kriegsproduktion verweigert? Hat er es überhaupt erwogen? Dazu liest man nichts. „Es gab nur ein Entweder-Oder“, so Wietstruk und verweist auf Junkers. Der Konstrukteur der legendären Ju 52 musste, so liest man auf der Junkers-Internetseite, seine Patente dem Reichsluftfahrtministerium überschreiben und 1933 aus seinen Werken ausscheiden, er wandte sich dem Metallhausbau zu.

Die Junkers-Werke wurden Rüstungsbetrieb, etwa für den Sturzkampfbomber Stuka Ju 87. Interessant, dass Hugo Junkers, der 1935 starb, vor 1933 auch Militärflugzeuge baute. Aber für diese Querverweise fehlt der Platz. War Bücker NSDAP-Mitglied? Wietstruk verneint, Gegenteiliges sei ihm nicht bekannt.

„Sehr anschaulich“, findet Jutta Gärtner vom Heimatverein Mittenwalde die Tafeln und besichtigt ebenso die Dauerausstellung. Auch sie sieht für die Zeit nach 1939 noch Forschungsbedarf. „Rangsdorf war für Bücker Höhepunkt und Tiefpunkt seines Schaffens“, so Wietstruk.

Die Ausstellung gibt dazu einen sachlichen Überblick.

Leben und Werk Bückers bleiben ein interessantes Forschungsgebiet, ein Kapitel Rangsdorfer Geschichte, dem der Förderverein weiter nachgehen sollte.

Bücker-Luftfahrtmuseum, Am Strand 1, Rangsdorf, geöffnet: Mittwoch, Samstag und Sonntag von 13 bis 17 Uhr.

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