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Märkische Allgemeine Zeitung vom 16. September 2008

DENKMALSCHUTZ: Modern und inspirierend

Ministerin dankt Künstlern für Sanierung geschützter Bückergebäude

Gudrun Schneck

RANGSDORF • „Es ist ein Glücksfall für diese Gebäude, dass sie nachgenutzt werden“, sagte Kulturministerin Johanna Wanka (CDU). Es seien oft Künstler, „die quasi als Raumpioniere verlassene Gelände wiedererobern“. Diesen Effekt erhoffen sich die Kommunalpolitiker auch im Falle des Bückergeländes. Johanna Wanka war auf Einladung des CDU-Gemeindeverbandes nach Rangsdorf gekommen. Das 15 Hektar große Areal, auf dem ab 1933 die Bücker-Flugzeugbau GmbH produzierte und das nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1994 die sowjetischen Streitkräfte nutzten, wartet auf Wiederbelebung. Vor allem die denkmalgeschützten Gebäude erwiesen sich lange als Ladenhüter.

2006 kaufte das Künstlerehepaar Maja und André Butzer dort 2,1 Hektar, darunter das denkmalgeschützte Bücker-Verwaltungsgebäude und die Kantine. Dank behutsamer denkmalgerechter Sanierung entstehen in den bis vor kurzem vom Verfall bedrohten Bauten Wohn- und Atelierräume. Kürzlich erwarb das Ehepaar eine weitere Fläche mit dem früheren Gefolgschaftshaus, das als Lager für Gemälde genutzt werden soll. Der international erfolgreiche Maler André Butzer sagt: „Wir wollten aus Berlin raus ins Grüne. Dank dem Architekten Jo Sollich fanden wir diese Gebäude, die trotz ihres Alters von mehr als 70 Jahren sehr modern und inspirierend wirken.“

Tatsächlich scheint das Bürohaus, ein Stahlskelettbau des Industriearchitekten Herbert Rimpl, erstaunlich heutig. Architekt Jo Sollich, der über Herbert Rimpl forschte, wies die Ministerin gestern auf funktionale Details wie kippbare Fenster mit integrierten Sonnenrollos oder verschiebbare Trennwände im Büro von Carl Clemens Bücker hin. „Dieser Bau von 1936 erfüllt sogar die Bedingungen der geltenden Energiesparverordnung“, schwärmte Sollich, der gemeinsam mit seiner Kollegin Anna Weichsel die denkmalgerechte Sanierung leitet. Beheizt werden die rekonstruierten Gebäude übrigens mit Erdwärme. André Butzer und seine Frau (Künstlername Maja Körner) nutzen die Atelierräume bereits. Noch in diesem Jahr will die Familie auch die Wohnräume beziehen. Ministerin Wanka zeigte sich beeindruckt davon, dass selbst Einzelheiten wie das nachempfundene Drahtfadenglas in den Eingangstüren des Bürohauses bei der Restaurierung Beachtung fanden. Um die Nachnutzung der noch brachen Flächen zu beschleunigen, beteiligt sich das Ehepaar Butzer an den Kosten des Bebauungsplans für die künftige Erschließungsstraße Nord-Süd-Verbinder.

 

Ministerin Wanka im Gespräch mit Architekt Jo Sollich, rechts: Bauherr André Butzer.

Foto: Klaus Schlage

 

 

 

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