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Märkische Allgemeine Zeitung vom 17. Februar 2004 (Zossener Rundschau)

Starre Fronten am Flugfeld
Denkmalschutz und BBG uneins bei Bücker-Werken / Heute Entscheidung zu Abriss-Antrag

ALEXANDER ENGELS

RANGSDORF • Ohne Einigung blieb ein Treffen der Brandenburgischen Boden Gesellschaft (BBG) mit Landrat Peer Giesecke, den Denkmalschutzbehörden und dem Förderverein Bücker-Museum auf dem ehemaligen Flugplatz Rangsdorf. Die BBG hält weiter an ihren Plänen fest, beim Umbau des Konversionsgeländes in ein Gewerbegebiet drei denkmalgeschützte Gebäude der früheren Bücker-Flugzeugwerke abzureißen: die Endmontagehalle, die Sonderbauhalle und ein Sozialgebäude. Die Untere Denkmalschutzbehörde wird heute über den Antrag entscheiden.

Bedenken erheben der Bücker-Verein und die Denkmalbehörden. ”Es ist unumstritten, dass es sich um ein Denkmal von europäischer Dimension handelt”, sagte Thomas Drachenberg, Leiter des Dezernats Praktische Denkmalpflege im Landesdenkmalamt. Die gesamte Anlage sei „reparaturfähig” und deshalb zu erhalten. Das gelte insbesondere für das Stahlskelett der großen Endmontagehalle „Das Problem”, räumte Drachenberg ein, „liegt bei der Zumutbarkeit für den Eigentümer”. Erhaltung und Instandsetzung der Gebäude müssen für die BBG finanziell tragbar sein.

Bild vergrössernAus Sicht von Bücker-Vereinschef Knut Hentzschel hat der Denkmalschutz schon große Zugeständnisse gemacht:
”Die Sonderbauhalle und das Sozialgebäude sind in einem so schlechten baulichen Zustand, dass wir uns ihren Abriss vorstellen können.” Tabu bleibe für ihn aber die Endmontagehalle, die weder baufällig noch von der früheren Galvanik mit Giftstoffen belastet sei. Hentzschel bemängelte auch, dass es keinen Investor für die Gewerbeflächen gibt.

Das bestätigte Dorette König, die neue BBG-Geschäftsführerin. Sie berichtete aber von zahlreichen Anfragen kleiner und mittlerer Firmen, die Platz für Betriebsstätten oder Lagerhallen suchen, von Speditionen und von Handwerkern. ”Wenn sie aber erfahren, dass das Planungsrecht für das Gelände nicht sicher ist, suchen sie sich woanders Flächen”, so König. Eine Instandsetzung der Bücker-Endmontagehalle sei für die BBG nicht wirtschaftlich. Nach einem Gutachten des Potsdamer Ingenieurbüros Zauft liegt eine Sanierung mit 6,9 Millionen Euro etwa 1,3 Millionen Euro über den Kosten für Abriss und Neubau in ähnlicher Größe. König will den Bescheid der Denkmalbehörde ohne Änderungen an der Planung abwarten: ”Entweder wir können dann Fördermittelanträge an die Investitions- und Landesbank stellen oder dieses Projekt wird gestoppt.”

Die politischen Wege für ein Gewerbegebiet haben Rangsdorfs Gemeindevertreter so weit wie möglich geebnet, als sie im Januar ein Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplanes einleiteten. Bürgermeister Klaus Rocher verwies darauf, dass in der Gemeinde derzeit keine Gewerbeflächen für Neuansiedlungen verfügbar seien: ”Und was hilft uns ein Denkmal, das vor sich hingammelt?” Andererseits sei das Fehlen eines Investors schwer vermittelbar.

Für Landrat Peer Giesecke liegt die Entscheidung zwischen Gewerbe und Denkmalschutz vor allem bei der BBG. ”Der Abrissantrag ist im Moment nicht genehmigungsfähig”, sagte er der MAZ, ”es muss doch eine Möglichkeit geben, dass die Endmontagehalle erhalten bleibt”. Er kündigte weitere Gespräche mit allen Beteiligten an. zurück

 
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