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Märkische Allgemeine Zeitung, 17. April 1999

Bücker-Geschichte: Flugzeug-Legenden, Zwangsarbeit, Enteignung
Rangsdorfer Historiker Siegfried Wietstruk legt Buch über die Geschichte des Werkes vor

Rangsdorf • "Bücker-Flugzeugbau" heißt der soeben erschienene Band des Historikers und MAZ-Autors Siegfried Wietstruk. Damit gibt es erstmals ein Buch über die Geschichte des Bücker-Flugzeugwerkes.
Die Bücker-Doppeldecker Bü 131 "Jungmann" und Bü 133 "Jungmeister" als Schul- und Kunstflugzeuge begründeten in den dreißiger Jahren den Weltruf von Carl Clemens Bücker. Noch heute gehören diese Flugzeuge wie auch die Bücker Bü 181 "Bestmann" zu den beliebtesten Oldtimern in der Luft. Das Buch berichtet jedoch nicht nur über diese und die weiteren Bücker-Flugzeuge. Es wird der Werdegang von C. C. Bücker vom Marineflieger des ersten Weltkrieges zum Flugzeugkonstrukteur und Unternehmer in den folgenden Jahren in Schweden und schließlich in Deutschland dargelegt.
Mit der Gründung der Bücker-Flugzeugbau-GmbH am 3. Oktober 1933 in Berlin-Johannisthal begann Bückers produktivste Zeit, die nach dem Umzug in das neu erbaute Werk in Rangsdorf bei Berlin im Herbst 1935 zu den größten Erfolgen führte. In mehr als 22 Staaten konnten allein die Bücker - Doppeldecker exportiert werden. Von den nachfolgenden Bücker-Typen bewährte sich vor allem der zweisitzige Kabinen - Tiefdecker Bü-181 "Bestmann", der in der Luftwaffe als ein Standard-Schulflugzeug eingesetzt und bis April 1945 in Rangsdorf hergestellt wurde. Daneben jedoch hatte das Bücker-Werk während des Krieges vielseitige Rüstungsaufgaben zu erfüllen. Damit wurde auch die im Jahre 1948 vollzogene Enteignung begründet.
Die wachsende Produktion des Flugzeugwerkes in Rangsdorf wurde durch den ständigen Ausbau der Produktionsanlagen sowie durch eine stets steigende Belegschaftszahl ermöglicht. Während des zweiten Weltkrieges mußten nicht nur dienstverpflichtete Frauen, sondern auch Fremdarbeiter, darunter französische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion, diejenigen Männer ersetzen, die zur Wehrmacht einberufen wurden. Diese Seite der Entwicklung des Werkes findet in der Publikation ebenso Berücksichtigung wie die fast 50 Jahre andauernde Nachkriegsnutzung durch die Sowjet - Luftwaffe beziehungsweise die Luftwaffe der GUS und das vergebliche Bemühen C. C. Bückers, die Enteignung in Rangsdorf zu verhindern sowie später im Westen Deutschlands den Bücker-Flugzeugbau wiederzubeleben.
Das reich illustrierte Buch mit zahlreichen bisher nicht veröffentlichten Details sowie Fotos und auch Schriftdokumenten ist das Ergebnis einer langjährigen Forschungsarbeit und stellt zugleich die erste zusammenhängende Geschichte dieses Flugzeugwerkes dar.

Siegtried Wietstruk, "Bücker-Flugzeugbau", Aviatic-Verlag Oberhaching, 1. Auflage 1999, 152 Seiten, davon 8 in Farbe, 250 Abb., geb., ISBN 3-925505-28-8, 39,80 DM.
Zu beziehen ist diese Publikation über den Buchhandel oder direkt vom Verlag: Aviatic-Verlag, Kolpingring 3, 82041 Oberhaching, Telefon: 0 89 /6 13 89 00. Foto / zurück

 
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