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Märkische Allgemeine Zeitung vom 18. Januar 2005


Antrag zurückgezogen

RANGSDORF Die Realschule Rangsdorf hat ihren Antrag auf den Namen Bücker-Schule zurückgezogen. Wie Schulleiter Lutz Maasch der MAZ sagte, habe das die Schulkonferenz jetzt entschieden. Carl Clemens Bücker war Flugzeugbauer und Inhaber der Rangsdorfer Bücker Flugzeugbau GmbH. In der Diskussion um eine solche Namensgebung war in der Bevölkerung vor allem die Frage aufgetaucht, ob es richtig sei, eine allgemeinbildende Schule nach einem Mann zu benennen, in dessen Unternehmen während des Zweiten Weltkrieges Rüstungsgüter hergestellt wurden.

Verstrickt GUDRUN SCHNECK MOMENT MAL


Der Rückzug der Realschule Rangsdorf war richtig. Ihr Antrag, den Namen Bücker-Schule zu bekommen, wäre am Donnerstag in der Gemeinderatssitzung mit ziemlicher Sicherheit gescheitert. Carl Clemens Bücker war gewiss ein begnadeter Pilot und Flugzeugbauer. Seine Flugzeuge schrieben unbestritten Geschichte. Dass die Luftwaffe ihre Piloten auf diesen Schulmaschinen ausbilden ließ und sie im Krieg als Kurierflugzeuge nutzte, ist nicht Bückers Schuld. Doch der Unternehmer Bücker erwies sich offenbar als ein williges Werkzeug in den Händen der Nazis. Als der Rangsdorfer Geschichtsprofessor Gerhart Hass jüngst in der MAZ schrieb, dass sich Bücker schon im Jahre 1933 aktiv um Rüstungsaufträge bewarb und verstorbene Zwangsarbeiter seiner Fabrik später in Gräben verscharren ließ, wurde klar: Ein Vorbild für Kinder und Jugendliche sieht anders aus. Nachdem der Bücker-Verein Rangsdorf in seinem Museum den Besuchern bisher vor allem die Geschichte des Bücker-Werkes vor Augen führte, arbeitet er gegenwärtig an einer Sonderausstellung über den Menschen Carl Clemens Bücker. Dies ist eine Chance und auch Verpflichtung, ihn mit seinen Stärken, aber auch mit seinen Verstrickungen im Nazi-Regime zu zeigen.

 


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