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Märkische Allgemeine Zeitung vom 20. Januar 2005

Leserbrief


Zu „Für und Wider um Bücker“, MAZ vom 11.Januar Verein hat etwas nachzuholen


Der oben genannte Artikel macht mich stark betroffen. Ich achte den Bückerverein unseres Ortes Rangsdorf sehr und damit insbesondere alle engagierten Mitglieder, für das umfangreiche wertvolle Aufarbeiten und die Verbreitung eines Stückes Rangsdorfer Geschichte.

So wurde und wird Rangsdorf auch mit dem Namen und der Geschichte um den Flugzeugkonstrukteur Carl Clemens Bücker nach außen getragen und die Persönlichkeit Bücker reichlich geehrt. Wenn nun aber unserer Realschule der Name Bücker verliehen werden soll, ist das in meinen Augen ein grober Verstoß gegen unsere eigentliche Haltung zu jeglichem, aufopferungsvoll geleisteten Widerstand, insbesondere in der faschistischen Zeit.

Sehr eigenartig finde ich es übrigens, dass man als normaler Bürger zwar schon von einer Namensgebung der Realschule hören konnte, doch von einem Namensvorschlag bis heute noch nichts. Das ist nach meinen bisherigen Erfahrungen sehr unüblich. Nun hoffe ich, dass auf der Gemeindevertretersitzung am 20.Januar mit festen Argumenten wie zum Beispiel vom Abgeordneten Jan Hildebrandt, eine andere Persönlichkeit Rangsdorfs zu dieser Ehre kommt.

Mein Vorschlag wäre Ursula Wendorff-Weidt. Zu der Großartigkeit ihres Lebens, ihres künstlerischen Schaffens, fällt mir auch ihre große Zuneigung und Verbindung zu Rangsdorfer Schülern ein!

Helga Schmidt, Rangsdorf

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Der Antrag der Realschule Rangsdorf, den Namen des Werkseigentümers und Flugzeugkonstrukteurs Bücker tragen zu dürfen, hat nach einem Meinungsaustausch über eine Straßenbenennung nach Bücker im Jahre 1999 jetzt erneut zu einer kontroversen Diskussion geführt. Die MAZ hat wohl ganz logisch in der Zossener Rundschau am 11.Januar einige Fragen aufgeworfen, die in der Ausgabe am 13.Januar von dem Historiker Prof. Dr. Hass zum größeren Teil beantwortet wurden.

Dennoch ergeben sich bei einem Blick auf die deutsche Vergangenheit weitere Fragen und Befindlichkeiten. Herr Maasch, Leiter der Realschule, meint in dem Artikel in der Zossener Rundschau, dass „die Schulkonferenz ganz bewusst den Flugzeugkonstrukteur, der in Rangsdorf wirkte, der größte Arbeitgeber für den Ort war und ihn mit den Bücker-Maschinen in der ganzen Welt bekannt machte“ favorisiere. Wenn ich das lese und versuche, dies in den eigenen Lebensweg, die eigenen Erfahrungen und historischen Abläufe einzuordnen, so ist es natürlich falsch, den Schülern etwas vorzugaukeln. Vielmehr kommt es darauf an, nicht nur die Sonnen-, sondern auch die Schattenseiten herauszuarbeiten. Wie denken in Großbritannien die Menschen darüber, die sich an die verheerenden Angriffe der V 2 erinnern?

Ich gehe sicher nicht fehl, dass der Rüstungsbetrieb Bücker in Rangsdorf, in London und anderen Städten mit anderen Augen gesehen wird. Oder wie denken die Menschen darüber, die auf Bücker-Maschinen das Fliegen lernten und dann in den Krieg zogen. Ich kenne zwei, die überlebten. Wie denken sie heute und wie denken die Angehörigen der deutschen Familien, deren Väter und Söhne im II. Weltkrieg nach ihrer Ausbildung auf den Bücker-Maschinen in die Kampfflugzeuge stiegen und ihr Leben lassen mussten?

Eine weitere Frage beschäftigt mich. Das Bücker-Museum in Rangsdorf veröffentlicht schöne Modelle, Bilder und Berichte. Bisher habe ich nicht gefunden, dass der Verein dazu geforscht und Ergebnisse veröffentlicht hat, wie die Bücker-Flugzeugwerke in Rangsdorf mit den Zwangsarbeitern umgegangen sind. An das Bücker-Museum und den Bücker-Verein sei deshalb die Empfehlung gerichtet, sich auch dieser Fragen ernsthaft anzunehmen. Wäre es anlässlich des 60.Jahrestages des Kriegsendes, den wir im Mai begehen, nicht zweckmäßiger sich mit den Menschen zu beschäftigen, die in Rangsdorf alles getan haben, die Schrecken und Zerstörungen des Krieges zu überwinden und alle Kraft einsetzten, das Leben wieder lebenswert zu machen?

Achim Reichardt, Rangsdorf

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Sehr geehrter Herr Maasch, herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Entscheidung, die Schule in Bücker-Schule umbenennen zu wollen, und noch weiterhin viel Erfolg in der politischen Umsetzung. Wohl kaum jemand würde den Namen Rangsdorf kennen, wenn die Bücker-Werke dort nicht überwiegend zivile Luftfahrzeuge hergestellt hätten und die Entwicklung des Flugzeugbaus buchstäblich beflügelten. Auch der Name Hugo Junkers ist stärker mit der zivilen Luftfahrt verknüpft als mit der Kriegsproduktion. Zwei Schulen tragen dessen Namen, in Dessau und Rheydt. Vielleicht erkennt auch die Gemeindevertretung einmal die Riesenchance, die sich hinter dieser geschichtlichen Verbindung zwischen Bücker und Rangsdorf bietet.

Karl-Heinz Niederkrüger, Detmold

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Die Realschule Rangsdorf hat, wie die MAZ am 18.Januar berichtete, ihren Antrag auf die Namensverleihung zurückgezogen. Allerdings steht auf der Tagesordnung der heutigen Gemeindevertretersitzung erneut der Vorschlag, eine Straße in Rangsdorf nach Bücker zu benennen. MAZ



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