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Märkische Allgemeine Zeitung, 21./22. Oktober 2000

Ist das Eis gebrochen ?
Rangsdorf lehnt Bau von Flugzeugen auf dem Bücker-Areal nicht mehr ab

Rangsdorf • Die Gemeinde Rangsdorf steht einer Produktion von Bücker-Traditionsmaschinen auf dem einstigen Flugplatz Rangsdorf nicht mehr ablehnend gegenüber.
Nach einer gestrigen Zusammenkunft mit der Interessengemeinschaft "Historisches Bücker-Flugfeld Berlin-Rangsdorf GmbH & Co KG" (in Gründung) und dem Förderverein Bückermuseum Rangsdorf sagte Bürgermeister Peter Gleich der MAZ: "Wenn die Gewobag mit dem Werksflugplatz leben kann, sind wir nicht dagegen. Außerdem müsste dann die Projektplanungsgesellschaft Großflughafen ihre über Rangsdorf vorgesehenen Kurzabflugstrecken ändern. Die paar Bücker-Probeflüge wären für Rangsdorf das kleinere Übel."
Die Wohnungsbaugesellschaft Gewobag saniert in Rangsdorf-Südwest 110 Wohnungen, darunter die in der einstigen Bücker-Werkssiedlung, und möchte weitere bauen. Sie hat sich bereits eindeutig gegen einen Werksflugplatz ausgesprochen. Mit der Brandenburgischen Bodengesellschaft, welche die Rangsdorfer Konversionsfläche verwaltet, verhandelt die Gewobag über den Kauf eines weiteren Wohnungsbauareals. An der Gewerbefläche ist sie jedoch nicht interessiert.
Tasso Krewel von der Interessengemeinschaft "Historisches Bücker-Flugfeld" sieht darin eine Chance: "Das Gewerbegebiet zu verkaufen, wird nicht einfach sein - wegen der Altlasten und der Denkmalschutz-Auflagen. Ich glaube, dass wir sowohl investieren, als auch Denkmalschutz betreiben wollen."
Mitglieder der Interessengemeinschaft sind der Flugzeughersteller Historical Aircraft Service, die Rangsdorfer Firma Fahrzeugrestaurierung Rosenow und private Enthusiasten, deren Ziel es ist, eine alte Halle zum Bücker-Museum umzugestalten. Nach ihrer Ansicht könnte die Start- und Landebahn an den südöstlichen Rand des Konversionsgebietes gelegt werden, einen halben Kilometer von den Wohnhäusern entfernt. "Vorstellbar ist, dass die Gewobag auf dem Wohnungsmarkt ihren geplanten Bauumfang reduziert. Dann wäre eine Einigung möglich", hofft Tasso Krewel. "Im Frühjahr würden wir gern zu einem Flugfest auf dem Bücker-Gelände einladen, der Gewobag und den Bürgern zeigen, wie leise die Traditionsmaschinen fliegen."
Kein Problem sieht Krewel darin, eine dauerhafte Fluggenehmigung nahe des geplanten Großflughafens zu bekommen: "Wir haben schon mal mit der Flugsicherung darüber gesprochen. Unverbindlich wurde uns erklärt, dass dies machbar sei." Krewel, beruflich beim deutschen Technikmuseum Berlin beschäftigt, ist überzeugt: "das Bücker-Gelände ist ein historischer Schatz, womit Rangsdorf als Museums- und Technologiestandort mehr punkten könnte als mit Wohnungen." zurück

 
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