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Märkische Allgemeine Zeitung vom 22. August 2005

Stelldichein der Bücker-Flieger

Erstes Fly-In auf dem ehemaligen
Rangsdorfer Flugfeld / "Heilige Erde"

URSULA CZERLINSKI

Bild vergrössern RANGSDORF Man sitzt eng, aber bequem auf dem hinteren Sitz des kunstflugtauglichen Doppeldeckers vom Typ Bücker 131 Jungmann. Die Steuerung mit den zwei Fußpedalen und dem Steuerknüppel wirkt direkt, das Flugzeug, 6,62 Meter lang und 2,25 Meter hoch, ist kompakt und die holzgefertigten Tragflächen, Spannweite 7,40 Meter sind filigran. Als Schattenspender dienten sie einigen der zum Bücker Fly-In 2005 angereisten Piloten bestens. Viele Besucher strömten am Samstag bei bestem Flugwetter zum ehemaligen Flugfeld, auf dem eine 700 Meter lange Piste hergerichtet worden war und nach 60 Jahren erstmals wieder viele Bücker-Flugzeuge landeten.

"Heilige Erde", meinte Hubertus Schürenberg aus Freiburg. Er ist mit der Bü 131 über 1500 Flugkilometer via Riga und Danzig nach Rangsdorf geflogen. "Das war anstrengend", meinte er. Trotz Windschutz ist man in der Maschine dem Wetter ausgesetzt, die Karte klemmt man gut fest.

20 Bücker-Maschinen, meist vom Typ Jungmann und teils in Polen neu gefertigt, aber technisch fast unverändert, sah man, einen Tiefdecker Bü 181 Bestmann, eine Piper und zwei Great Lakes.

Jean-Philippe Valden ist für das Fly-In, bei dem der Förderverein Bücker-Museum mehr Nachfragen hatte als Teilnehmerplätze, mit seinem Kollegen Daniel Brunel aus Lyon hergeflogen. Neun Bücker aus der Schweiz und Österreich konnten wegen schlechten Wetters nicht starten.

Drei Piloten aus den USA waren per Linienflug angereist und trafen auf Alfred Bücker, den Neffen von Firmengründer Carl Clemens Bücker sowie die Kinder des Bücker-Chefpiloten Arthur Benitz. Und auf eine Rarität: eine tadellos gepflegte Bücker Jungmann von 1937.

Die ständig von Zuschauern umlagerte Maschine mit einem 105 PS-Hirth-Reihenmotor und dem Rumpf aus Rangsdorfer Produktion gehört Victor Arleth aus Donaueschingen. Die Teile der bis 1942 bei der Bücker-Flugzeugbau GmbH serienproduzierten Maschine, gingen in die Schweiz, wo die Jungmann wie in der Tschechoslowakei und Spanien in Lizenz gefertigt wurde.

Die etwa 3000 Besucher am Samstag hatten bei freiem Eintritt Spaß, und für den Bücker-Verein und Flugleiter Ralf Gaida, der 110 Flugbewegungen verzeichnete, war es ein Riesenerfolg: Prächtige Flugzeuge, Vorführungen der Blackbirds-Formationsflieger und Essen und Trinken beim satten Motorengeräusch der Bücker-Doppeldecker.

Karl-Heinz Labitzke aus Berlin war per Rad zufällig vorbeigekommen: "So ein Pilotenschein, das wäre was . . ."

Dass die Flugzeugwerke verfallen, bedauerten viele. Aber wie Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) bei der Eröffnung andeutete, soll es neue Interessenten für das denkmalgeschützte Areal geben.

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