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Märkische Allgemeine Zeitung vom 27. Oktober 2001

Oben bleiben ist die Kunst
Der Bücker-Verein hat eine Modellflieger-Gruppe für Jugendliche

Rangsdorf • Spätestens, wenn das neue Modell nach unkontrolliertem Flug fernab des Flugplatzes vom Himmel fällt, weiß man, das Modellfliegen doch nicht ganz einfach ist. Jugendliche, die sich für den Sport interessieren, haben es in Rangsdorf gut: Beim Förderverein Bücker-Museum gibt es eine Modellbaugruppe.
Jetzt im Oktober ist Saisonabschluss - noch einmal Gelegenheit, auf dem historischen Rangsdorfer Fluggelände die selbst gebauten Modellflugzeuge zum Einsatz zu bringen. Von zehn bis 18 Jahren reicht die Altersspanne innerhalb der Gruppe, die vom Rangsdorfer Ralf Gaida geleitet wird. Viele fliegen die vom Deutschen Modellfliegerverband (DMFV) empfohlenen Anfängermodelle mit Elektromotor, die leichter zu steuern sind, aber auch schon Spannweiten von bis zu zwei Metern aufweisen.
Es sieht zunächst einfach aus: Rumpf und Tragflächen zusammensetzen, Funktionstüchtigkeit von Motor, Seiten- und Höhenruder überprüfen, Empfänger checken, Akku einsetzen, Verbindungen stecken. Per Hand wird der Flieger in die Luft befördert, dann übernimmt es der Modellflieger mit der Fernsteuerung, das Flugmodell auf ausreichende Höhe zubringen.
"Bei Anfängern üben wir erst einmal den Gleitflug", erläutert Ralf Gaida. Das sieht bei den meisten problemlos aus, solange sich das Flugzeug entfernt und seine Kreise zieht. "Schwierig wird es, wenn es auf einen zukommt", meint Sven Ogiermann, 15, der in seinem zweiten aktiven Jahr schon viel Erfahrung hat. Ruhig Blut bewahren heißt es bei der Landung, vor allem wenn der Akku, der ohne stromsparenden Gleitflug unterwegs nur vier Minuten reicht, fast leer ist. Der 15-jährige Roman Charabati lässt sich beim schwierigsten Teil des Fluges lieber noch helfen. Die Fernsteuerung fest im Griff, reguliert er mit den für Anfänger zunächst ausreichenden zwei Steuerknüppeln die Motorleistung und mit Hilfe der Servos Seiten- und Höhenruder. Das klappt eigentlich schon ganz gut.
Worin liegt die Faszination des Modellfliegens? Es sei nicht nur das Fliegen, sondern auch das Bauen, meint der technikbegeisterte Sven Ogiermann: " Wenn am Anfang so ein Bausatz mit 1000 Teilen vor einem liegt und am Ende hat man dann das fertige Flugzeug..." Viel Arbeit, aber auch viel Spaß.
Leider hat die Gemeinde den Modellfliegern die Nutzung des Kellers im Klubhaus an der Waldhöhe, wo sie noch im Winter an den Modellen gearbeitet haben, aus eigentumsrechtlichen Gründen aufgekündigt. Das Klubhaus gehört nicht der Gemeinde. Das erschwert die Nachwuchsarbeit, denn interessierte Modellflieger müssen jetzt alleine basteln. Aufgrund der Bauvorhaben der Gewobag in Nähe des alten Geländes musste auch ein neuer Flugplatz gesucht werden.
Ein teurer Sport? Etwa 700 Mark rechnet Ralf Gaida für die Grundausstattung mit Modellflugzeug, Fernsteuerung, Motor; Akkus und Ladegerät, nach "oben offen". Wirklich notwendig ist jedoch, wenn man in der Gruppe übt, zunächst nur der Flieger und den gibt es schon für weniger als 200 Mark. Vom einsamen Üben auf der Wiese rät Ralf Gaida entschieden ab. Voraussetzung sind ein abgesicherter Modellflugplatz und eine Haftpflichtversicherung.
Und was braucht der Modellflieger noch? "Ein dickes Fell!", meint Gaida lachend. Der Sport sei zwar gesellig und entspannend, aber schließlich gäbe es doch Kollegen, die gern mal von hinten Bemerkungen machten. Vor allem dann, wenn sie wüssten, dass man deswegen nicht gleich abstürzt.
Informationen unter www.Buecker-Museum.de
oder im Bücker-Museum Rangsdorf, Am Strand 1. Foto / zurück

 
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