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Märkische Allgemeine Zeitung vom 29. September 2003

Alle wollen nur das Beste
In Rangsdorf stellten sich die fünf Bürgermeister-Kandidaten vor

RANGSDORF • Natürlich wollen alle das Beste für das künftige Rangsdorf mit dem Ortsteil Groß Machnow: den Tunnel als Bahnquerung, eine attraktivere Seebadallee, mehr Tourismus, bessere Chancen für Sport, Kultur, Jugend und Senioren. Aber wie? Am Samstag stellten sich die fünf Bürgermeister-Kandidaten im mit fast 200 Leuten gut gefüllten Saal des „Seebad-Casinos” kritischen Fragen.

Vertreter der Bürgerinitiative „Rangsdorf ohne Flugplatz”, des Segelsportclubs, des SV Lok sowie Pfarrer Christian Pagel hatten die Bewerber Jürgen Hoppe (SPD), Hartmut Rex (PDS), Klaus Rocher (FDP), Hartmut Klucke (Die Parteilosen Rangsdorf und Thorsten Osterloh (CDU) eingeladen. Einer von ihnen wird für acht Jahre zum hauptamtlichen Bürgermeister gewählt werden. Pfarrer Christian Pagel und Rechtsanwalt Klaus Sobczak moderierten.

Verbal schlugen sich alle Kandidaten wacker. Die vier Ortsansässigen haben freilich Heimvorteil, während der ehemalige Prenzlauer Bürgermeister Jürgen Hoppe noch nicht so tief in der Materie steckt. Der kommunalpolitische Neuling Thorsten Osterloh trat wiederum erstaunlich sachkundig auf. Von den Routiniers Hartmut Klucke, Hartmut Rex und Klaus Rocher war das ohnehin zu erwarten gewesen.

Einig sind sich alle Kandidaten darin, dass die Sanierung des Rangsdorfer Sees zu einem Badegewässer gegenwärtig finanziell illusorisch ist. Klaus Rocher schlug vor, Kies- und Nymphensee für Badende einladender zu machen. Der Bauhof sollte laut Thorsten Osterloh in eine gemeindeeigene GmbH umgewandelt werden, während alle anderen Kandidaten für seine Beibehaltung plädieren.

Geld zur Sanierung denkmalgeschützter Gebäude auf dem Bücker-Gelände wird es nach Ansicht aller Kandidaten nur geben, wenn diese Bauten sinnvoll nachgenutzt werden. Hartmut Rex fordert, sich angesichts des Verfalls auf einige erhaltenswerte Objekte zu konzentrieren. Klaus Rocher kann sich ein Technologiezentrum unter Einbeziehung von Bücker-Bauten vorstellen. Er und Jürgen Hoppe fordern, das Land als Eigentümer und den Kreis mit der Unteren Denkmalschutzbehörde stärker in die Pflicht zu nehmen.

Thorsten Osterloh möchte das Rathaus aufs Gelände des maroden Gutshofs in die Seebadallee verlagern, um einen Impuls zur Belebung des Ortszentrums zu geben. Wie das Potsdamer Holländerviertel könne an der Seebadallee Gewerbe angesiedelt werden, das Touristen anzieht und sich abhebt vom Angebot des nahen Südring-Centers.

Nachdem das Tourismus-Büro wegen Geldknappheit geschlossen wurde, schlägt Hartmut Klucke vor, die Bibliothek als touristische Anlaufstelle zu nutzen: „Die Bibliotheksmitarbeiterinnen können das.” Hartmut Rex will nach Chancen suchen, wieder einen Campingplatz in Rangsdorf zu etablieren. Klaus Rocher mahnt die Diskussion über ein Tourismus-Konzept an: „Will man Massen-Tourismus, wird der Ort jedes Wochenende zugeparkt. Will man gehobenen Tourismus, setzt ein Verdrängungswettbewerb ein, Grundstückspreise und Mieten steigen. Dessen muss man sich vorher bewusst sein.” Thorsten Osterloh wünscht sich eine Entwicklungsgesellschaft Rangsdorf, die auch den Tourismus fördert. Im Hinblick auf die Haushaltslage wollte sich kein Bürgermeister in spe zum Abschaffen der Sportstätten-Nutzungsgebühr verpflichten. Klaus Rocher meinte: „In Groß Machnow nutzen ortsansässige Vereine die Sportstätten kostenlos. Im Gegenzug sichern sie aber deren Erhalt und die Aufsicht ehrenamtlich.”

Thorsten Osterloh will mehr Gehör für den Senioren- und Behindertenrat. Er befürwortet die Bildung eines Jugendparlaments und eines Ältestenrates. Jürgen Hoppe gesteht den ehrenamtlich Tätigen mehr Kompetenzen zu. Seniorenbeirat und kulturelle Gremien sollen eigenverantwortlich über den Einsatz von Zuschüssen entscheiden dürfen.

Alle Kandidaten wollen parteiunabhängig arbeiten. gs zurück

 
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