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>> PRESSEMITTEILUNG <<

des Förderverein Bücker-Museum Rangsdorf e.V.
vom 29. September 2003


Die berühmten Bücker-Flugzeuge, auch die Bücker Bü131-Jungmann die in Berlin Tempelhof landete und bald im Deutschen Technikmuseum Berlin zu sehen sein wird, wurden in Rangsdorf von der Bücker-Flugzeugbau GmbH produziert. Dieses Flugzeugwerk ist im Krieg nicht beschädigt worden und heute, wohl als das einzige ehemalige Flugzeugwerk, mit seinen Bauten komplett erhalten. Nach dem Krieg wurde das Werk durch die russische Armee zur Instandhaltung und Überholung von Hubschraubern genutzt. Durch diese Nutzung der Russen wurden die Gebäude gut erhalten und zeigten sich 1994, zum Zeitpunkt des Abzuges der russischen Armee aus Deutschland, in einen überraschend guten baulichen Zustand. Die Liegenschaften Bücker-Flugzeugwerk und ehemaliger Flugplatz Rangsdorf gingen in den Besitz des Bundes über und wurde durch das Bundesministerium für Finanzen verwaltet. 1997 wurde das Bücker-Flugzeugwerk und der ehemalige Flugplatz Rangsdorf wegen seiner historischen Bedeutung (hier startete und landete z.B. Stauffenberg zum Hitlerattentat) und als Industriedenkmal unter Denkmalschutz gestellt.
Danach ging die Liegenschaft in den Besitz des Landes Brandenburg über und wird derzeit von der Brandenburgische Boden Gesellschaft für Grundstücksverwaltung und -verwertung mbH (BBG) verwaltet. www.bbg-gmbh.de

Leider ist durch den langen Leerstand der Gebäude, durch Witterung und Vandalismus der Zustand der Bauten schlecht. Vom Verwalter wird immer wieder betont, dass sich der Industriekomplex nicht vermarkten lässt. Dem widersprechen aber die Versuche der Firmen Schulz Busreisen Rangsdorf, Dach-Graßmann Rangsdorf, der neugegründeten „Bücker“-Flugzeugbau GmbH, Fahrzeugrestaurierung „Rosenow“ ( www.rosenow-restaurierung.de ), „Aktives Luftfahrtmuseum“ Kassner/Krewel, „Meilenwerk“ Martin Halder ( www.meilenwerk.de )und Segelflugschule Strelitz. Es wurde sogar eine Interessengemeinschaft „Historisches Flugfeld Rangsdorf“ gegründet.

All diese Interessenten scheiterten an den überzogenen Kaufpreisvorstellungen oder der Hinhaltetaktik der BBG. Es wurde der Eindruck gewonnen, dass man die Werksanlagen nicht weiter nutzen möchte und stattdessen lieber auf den Einsturz der ersten Hallen wartet, um den Rest dann nur noch wegschieben zu müssen. Zum damaligen Zeitpunkt glaubte man noch an eine Ansiedlung ehemaliger Bonner Bürger, deren Arbeitsplätze mit dem Umzug der Regierung nach Berlin verlagert wurden. Dieses große Areal des Werkes und des landschaftlich schön gelegenen Flugplatzes schienen wie geeignet zur Parzellierung und Bebauung. Riesige Summen sollten durch den Verkauf der Fläche als Bauland erzielt werden. Diese Vorstellung der BBG hat sich jedoch in keinster Weise erfüllt und das Werk existiert noch immer in seiner Gesamtheit. Nicht unerwähnt darf bleiben, dass inzwischen Teile ehemaliger Wohngebäude der Mitarbeiter von Bücker unter denkmalschützerischen Gesichtspunkten restauriert wurden.

Nun gibt es aber aktuell Bestrebungen denkmalgeschützte Bauten abzureisen. Da es momentan Fördermittel für Abriss und Erschließung alter Militärbauten/flächen gibt, hat die BBG diese bei der Landesinvestitionsbank beantragt und bei der Denkmalschutzbehörde des Landkreises Teltow-Fläming einen Antrag auf Abriss denkmalgeschützter Bauten gestellt. Darin sind auch zwei große Flugzeughallen enthalten. Sollten diese verschwinden, so wäre das architektonische Gesamtbild des Flugzeugwerkes völlig zerstört und der Industriekomplex nicht mehr als Flugzeugwerk erkennbar.

Obwohl das Land Brandenburg selbst das Werk mit Flugplatz unter Denkmalschutz stellte, möchte es diesen nun aufheben, die Fläche erschließen und als Gewerbegebiet vermarkten. Die Erschließung und Vermarktung wird auch von unserem Verein prinzipiell begrüßt. Der BBG stehen jedoch die alten Hallen, welche kostenintensiv erhalten werden müssten, im Weg und sollen deshalb aus der zukünftigen Gewerbefläche verschwinden. Hier wird durch Salamitaktik die komplette Beseitigung der Flugzeugwerke vorbereitet.

Es ist zu befürchten, dass ohne ein schlüssiges, vorliegendes Konzept zur weitern Nutzung der Liegenschaften hier für die Zukunft verheerende Schnellschüsse gezündet werden. Es wird die einmalige Chance zur Erhaltung eines in seiner Gesamtheit einmaligen Industriedenkmals in Deutschland unüberlegt vertan. Unter dem finanziellen Druck bereitstehender Fördermittel zum Abriss militärisch genutzter Liegenschaften, wird das historisch wertvolle, für die Zukunft verwertbare Potential des Flugzeugwerkes nicht erkannt. Deshalb arbeiten wir mit Nachdruck daran den Abriss denkmalgeschützter Bauten zu verhindern. Wir appellieren an den Eigentümer erst ein schlüssiges Nutzungskonzept zu erstellen und dann über den Sinn oder Unsinn der Beseitigung von Industriedenkmälern zu entscheiden. Sonst wird hier mit öffentlichen Mitteln wertvolles, denkmalgeschütztes, historisches Kulturgut vernichtet.

Die Mitglieder des Förderverein Bücker-Museum Rangsdorf e.V. setzen sich seit vielen Jahren für den Weiterbestand der Industrieanlage ein. Zum Zweck der kompletten Erhaltung des Flugzeugwerkes benötigen Sie aber gerade jetzt jede nur denkbare ideelle und materielle Unterstützung von Gleichgesinnten. Jeder Luftfahrtbegeisterte kann durch ein Schreiben an den Landrat, den Landeskonservator und das Kultusministerium seine Meinung zu dieser Problematik mitteilen und zum Erhalt des Werkes beitragen. Die Adressen finden Sie hier. Bitte nutzen Sie diese Möglichkeit Ihres Protestes und kämpfen Sie mit uns für den Weiterbestand des Bücker-Flugzeugwerkes,

Mit einer Mitgliedschaft in unserem gemeinnützigen Verein leisten Sie materielle Unterstützung. Auch Spenden auf unser Konto sind gern willkommen. Eine Zuwendungsbescheinigung wird Ihnen gern ausgestellt. zurück

Knut Henzschel, 1. Vorsitzender

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