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Wochenspiegel vom 16. Januar 2002

Den Verfall aufhalten
Denkmalschützer mit Grund zur Besorgnis

Rangsdorf • Dass die Untere Denkmalschutzbehörde kürzlich Journalisten auf das Gelände der ehemaligen Bücker-Werke in Rangsdorf lotste, hatte seinen guten Grund. Seit dem Abzug der GUS-Truppen vor sieben Jahren fristen die 1997 unter Denkmalschutz gestellten Hallen ein trauriges Dasein. In den Mauem hat sich Feuchtigkeit breit gemacht. Fast jedes Dach gleicht einem Sieb. Bald macht es keinen Unterschied mehr, ob man sich drin oder draußen aufhält - überall Pfützen, überall Verfall.

Notsicherung hat begonnen
Eigentümer der ehemals unter russischer Verwaltung stehenden Liegenschaft ist das Land Brandenburg. Treuhändlerisch verwaltet wird sie von der und Brandenburgischen Bodengesellschaft (BBG). Still ruht der See? Mitnichten. Im August 2000 forderte die Untere Denkmalschutzbehörde die Brandenburgische BodengeseIlschaft auf, Maßnahmen zur Erhaltung der Gebäude auf dem Bücker-Gelände zu ergreifen. Wie die Denkmalschützer mitteilten, hat die BBG danach sowohl ein Sanierungsgutachten in Auftrag gegeben als auch erste Sicherungsmaßnahmen eingeleitet. "Die Zusammenarbeit mit der BBG war sehr konstruktiv. Es ist immer gelungen, kurzfristige Entscheidungen im Sinne der Denkmalerhaltung unbürokratisch zu treffen." Bereits seit Mai 2001 läuft unter fachlicher Anleitung der BTG Consult eine einjährige Strukturanpassungsmaßnahme (SAM) mit 20 Personen, die Gebäude entrümpeln und den Schutt wegräumen - hierfür ziehen BBG, Arbeitsamt und Treuhandanstalt an einem Strang. Läuft die SAM im Mai 2002 aus, geht's hier - das ist bereits bewilligt - mit zehn Leuten weiter.
Parallel zu den Aufräumungsarbeiten werden Dächer geflickt. Für diese Notsicherung gibt die BBG 900.000 Mark (460.163 €) aus dem Sondervermögen des Landes aus.

Ein Tropfen auf den heißen Stein
Das ist jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. "Wenn wir alle Gebäude notsichern wollten, bräuchten wir 3,5 Millionen DM", verdeutlichte der BBG- Regionalbereiches West, Dr. Heinz Bähr, die Größenordnung. So muss sich die BBG auf die Hauptgebäude (Produktionshalle, Verwaltung und Kantine) beschränken. Doch wer weiß, wie es weitergeht? Die Denkmalschützer sind besorgt. "Durch die aktuelle unübersichtliche Situation um die Zukunft der Landesgesellschaften befürchten wir, dass die begonnene Sicherung und Sanierung des großflächigen, denkmalgeschützten Areals nicht mehr gewährleistet sind."

Geschichtliches Zeugnis erhalten
Das wäre aus Sicht der Denkmalschützer nicht akzeptabel. "Auf dem Gelände der Bücker-Werke kann anhand der vorhandenen Gebäude noch deutlich nachvollzogen werden, wie die Luftfahrt und die gleichzeitige Produktion der Bücker-Flugzeuge während der Zeit des Nationalsozialismus funktionierte. Foto / zurück

 
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