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Modellbauer helfen polnischer Modellsportjugend

Wie wir schon in unserem Beitrag der Reise nach Polen im Juni 2001 beschrieben haben, gab es am Zar Kontakt zu einer Modellbaujugendgruppe aus Miedzybrodzie Zywieckie. Unser damaliger Eindruck beim Besuch ihrer Werkstatt war, hier können wir helfen. Nun haben die Modellbauer unseres Vereins ihre Bastelkeller nach brauchbarem aber funktionsfähigem Material für die polnischen Kinder durchsucht und sind fündig geworden. So fanden sich 2 Fernsteueranlagen 35 MHz, 2 Empfänger, ca. 10 Servos, Elektromotore, ein Verbrennungsmotor 3,5 cm³, Bespannmaterial, Akkus und Kleinmaterialien.
Per E-Mail habe ich mich mit Piotr Piechowsky über unsere Spendenaktion unterhalten und spontan sandte er mir ein Paket mit Luftschrauben, einem 35 MHz Empfänger, Rädern und jede Menge Uhu-Klebstoff. Darüber waren wir so begeistert, dass wir den Mut fanden über www.rconline.net unseren Spendenaufruf im Internet zu veröffentlichen. Ich möchte nicht verheimlichen, welche mulmigen Gefühle wir dabei hatten. Denn wie die Modellfliegergemeinde Deutschlands darauf reagieren würde, war uns unklar. Doch diese Sorgen waren unbegründet. Einige Modellsportler äußerten sich begeistert über diese Möglichkeit der Förderung des Modellflugnachwuchses in unserem Nachbarland und sandten uns ihre Spenden; andere schickten gleich ein Paket ab. So prägte sich meine Adresse nachhaltig in das Gedächtnis des Postboten ein. Denn der kam fortan täglich und brachte neue Kartons. So fanden weitere Modellbauartikel wie Ladergeräte, Sender in 35 und 27 MHz, Empfänger, Quarze, Akkus, ca. 20 Servos, Räder, Fahrwerke, Motorträger, Luftschrauben, Tanks und weiteres Kleinmaterial den Weg nach Rangsdorf. 3 Flugzeugmodelle in überholungsfähigem Zustand konnte ich aus Schwedt abholen. Hierbei bedanken wir uns ganz herzlich bei Piotr und Adam Piechowsky aus Kölln-Reisiek, H.-W. Eikhoff aus Anröchte, Mathias Dorst aus Freiburg, Markus Richter aus Wurmannsquick und Mirco aus Schwedt, um nur einige zu nennen.
Unserem Spendenaufruf im Internet hat auch der Präsident des Deutschen Modellfliegerverbandes e.V. (DMFV), Hans Schwägerl, gelesen und spontan Hilfe zugesagt. So brachte der Postbote 4 Kartons, deren Inhalt sich aus T-Shirts, Mützen, je einem Bausatz SE 200 und Sunny Boy und 5 Bausätzen SE 1 zusammensetzte. Vielen Dank für diese Spende an den DMFV und dessen Mitglieder.
Teile der Spenden haben Ralf Gaida (Spartenleiter Modellflug unseres Vereins) und ich in meiner Werkstatt aufgebaut und Bilder davon gemacht (Bild 01). Die örtliche Presse hatte Wind bekommen und wollte einen kurzen Beitrag darüber bringen. Am 17.01.2002 verpackte Adam Grutza zusammen mit mir alles im Auto (war nicht einfach) und wir machten uns gegen 17 Uhr auf den Weg nach Polen. An der Grenze wollte man zwar den Kofferraum sehen, aber Probleme gab es keine. Unsere Fahrt führte uns über Wroclaw, Opole, Katowice, Bielsko-Biala an den verschneiten Berg Zar wo wir gegen 01 Uhr die Segelfliegerschule (www.zar.max.pl - Seiten sind noch im Aufbau) erreichten (Bild 02). Am nächsten Morgen genossen wir die schöne winterliche Landschaft, schnüffelten in den Hangars bei den Segelfliegern herum (Bild 03), machten dort noch Detailfotos eines Cockpits und einer Kabinenhaube von Bruckmann und erklommen noch die Bergkuppe, um dort einen Blick über die Beskiden zu erhaschen (Bild 04). Am späten Nachmittag fuhren wir in das Dorf Miedzybrodzie Zywieckie am Fuß des Berges Zar und besuchten die Jugendgruppe beim Bauen in ihrer Werkstatt. (Bild 08). Dort wurden wir schon mit Freude erwartet und von jedem Einzelnen mit Handschlag begrüßt. Danach räumten wir das Auto aus und übergaben die Spenden an die Jugendgruppe. Jeder einzelne Karton wurde geöffnet, dessen Inhalt besichtigt und ausgiebig diskutiert (Bild 06 und 07). Das Modellbaumaterial konnten wir in der engen Werkstatt nicht ausbreiten, die Werkbänke waren mit gerade geleimten Tragflächen- und Rumpfteilen belegt. Wir waren froh noch zu Hause einige Fotos gemacht zu haben. Die Schüler tuschelten intensiv miteinander. Mit Sicherheit wurde schon intern festgelegt, wer was bauen darf (Bild 05). Der Leiter der Gruppe, Stanislaw Korlakowski, bedankte sich herzlich bei uns. Er kann das Material sehr gut gebrauchen und wird es auch ganz gezielt bei den Jugendlichen einsetzen. Als Dankeschön schenkte uns die Gruppe das Modell eines Segelflugzeuges Typ Jantar im Maßstab 1:5 (Bild 10). Diese Modelle fertigen die Erwachsenen und Jugendlichen des Modellsportvereins gemeinsam und verkaufen diese an der Fliegerschule. So können sie sich einige finanzielle Mittel für die Vereinsarbeit beschaffen. Das Modell nahmen wir stellvertretend für alle Spender entgegen und werden es zu unserem nächsten Modellbaustammtisch unseres Vereins präsentieren, bevor es in unserem Bücker-Luftfahrtmuseum einen würdigen Platz bekommt.
Die Kinder haben noch lange im Modellbaumaterial gestöbert, während wir uns mit Stanislaw über die kommende Modellbausaison unterhielten (Bild 11). So organisiert er vom 24. bis 26. Mai diesen Jahres ein lockeres Modellfliegertreffen auf dem Flugplatz am Zar. Dazu hat er viele polnische Modellsportler und natürlich auch unseren Verein eingeladen. Wenn auch außerhalb unseres Fördervereins Interesse an dieser Veranstaltung bestehen sollte, dann bitte einfach per mail an uns wenden.
Nachdem wir 2 Stunden bei den Modellsportlern verbracht hatten, verabschiedeten wir uns herzlich und fuhren in ein Hotel nach Bielsko-Biala um am nächsten Tag Janusz Karasziewicz und seine Bückerproduktion zu besuchen. Dort waren mit Reinhard Rötzer und dessen Kundschaft einige Dinge an den kurz vor der Auslieferung stehenden Flugzeugen zu bereden (Bild 26). Immer wieder interessant für uns ist natürlich die eigentliche Bückerproduktion. Vier Bücker  BÜ131 Jungmann und eine BÜ 133 Jungmeister standen in der Werkstatt. Die Jungmänner sollen bereits am 14. März ihren Erstflug haben. Von der erstklassigen Verarbeitung dieser neuen "alten" Flugzeuge kann man sich anhand einiger Bilder überzeugen (Bild 14, 15, 16, 18, 19, 20, 21, 24). Zur ILA 2002 werden einige Flugzeuge in Berlin ausgestellt und vorgeflogen.
Die Abende waren wie immer lang, oder die Nächte kurz, wie man es nun will, aber am Sonntag war das schöne Wochenende vorbei und es ging am Vormittag nach Rangsdorf zurück, wo wir nach gut 6 Stunden Fahrt wohlbehalten wieder ankamen. Auch die Presse hat einen Artikel über die Spendenaktion veröffentlicht, den Ihr hier nachlesen könnt.
Als Vorsitzender unseres Förderverein Bücker-Museum Rangsdorf e.V. bedanke ich mich nochmals ganz herzlich bei allen genannten und auch ungenannten Spendern des Modellbaumaterials für die polnische Jugendgruppe. Ich bin beeindruckt über die Solidarität deutscher Modellsportler für unsere polnischen Nachbarn. Auf diese Hilfe, auf diese Jugendförderung können wir alle stolz sein.

Knut Hentzschel
1.Vorsitzender

 
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