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>> III. Piknik Modelarski am Zar im Juli 2003<<

Was vor zwei Jahren als ganz kleine Veranstaltung in Polen begann (siehe unsere Berichte aus den Jahren 2001 und 2002) entwickelt sich zu einem Höhepunkt im Vereinsleben unserer Sparte Modellbau und unserer Freunde aus dem FMC "Hans Grade" Potsdam. Modellflugtreffen am Zar, ein Treffen von Modellfliegern aus Polen, der Slovakai und Deutschland. Um es vorweg zu nehmen, eine Veranstaltung die man mitgemacht haben muss.

In diesem Jahr war der Termin bewußt auf das erste Ferienwochenende gelegt worden und so konnten viele Modellflieger mit Ihren Frauen und Kindern vom 3. – 6. Juli in die Beskieden fahren. Der Transport der Modelle stellt uns mittlerweile vor logistische Probleme die aber professionell gelöst wurden. Ralf Gaida verstaute seine Flugzeuge erstmals in einem speziell angefertigten Transporthänger für Modellflugzeuge und Tino Titze belud einen großen Kleintransporter mit den Modellen unserer Vereinskameraden aus Potsdam.
Um Unannehmlichkeiten bei der Grenzpassage zu verhindern, wurde der Inhalt dieser Fahrzeuge vorab beim deutschen Zoll abgefertigt. Dies kostete etwas Zeit, natürlich auch Gebühren, versetzte den Zollbeamten in Begeisterung und uns in die Gewißheit die Grenze nach Polen "sauber", nach den Buchstaben der Gesetze, zu überschreiten.
Am Donnerstagabend war dann endlich die Gruppe vollzählig, 36 köpfig, in der Flugschule am Zar eingetroffen. Natürlich wurden wir von Bogdan, dem Leiter der Flugschule, und vielen anderen Modell- und Segelfliegern herzlich willkommen geheißen. Der gemütliche Teil des Tages wurde mit Beginn der zügigen Verkostung des in Zywiec gebrauten Bieres eingeläutet und endete erst sehr spät in
der Nacht, oder besser am frühen Morgen des Freitag.

Dieser erfreute uns mit schönstem Wetter und so wurde nach dem Frühstück mit dem Aufbau der Modelle begonnen. Alle Flugzeuge hatten den Transport über 600 Kilometer gut überstanden und waren einsatzfähig. Nur das große Modell eines Bombenflug-zeuges von Franz Debertshäuser durfte mangels Höhenruder nicht durch den polnischen Luftraum fliegen. Diese lagen sicher zu Hause und machten die Maschine 3 Tage lang zum "Stehzeug". Nichts für ungut Franz, Du bist nicht der Erste dem das passiert ist.
Ralf Gaida und Knut Hentzschel haben nach dem Verlust ihrer alten, geliebten "Schleppsau" ein neues Schleppmodell gebaut. Dieses wurde (wie immer) wenige Stunden vor der Abreise fertig und sollte nun, getreu dem Motto, bewährte Rituale soll man beibehalten, zum ersten Mal am Zar Luft unter die Tragflächen bekommen. Die Fernsteuerung musste erst einmal programmiert werden. Denn dazu hatte die Zeit in der heimischen Werkstatt nicht mehr gereicht. Zu einer ordentlichen Farbgebung auch nicht. Deshalb wurde dieses Modell ganz in weiß gezeigt. Sie haben sich für einen Bausatz aus dem Hause Bruckmann entschieden und einen Swisstrainer mit 3 Metern Spannweite, motorisiert mit einem 3W75i, gebaut.
Nach der Programmierung der Anlage konnte mit Zufriedenheit ein erfolgreiches Zusammenspiel aller Komponenten festgestellt werden. Nach einigen Versuchen sprang auch der Motor an und dem Erstflug stand eigentlich nur noch dieses mulmige Gefühl im Magen, der sich gerade jetzt unterhalb der Kniegelenke zu befinden schien, entgegen. Aus den geplanten, langanhaltenden Rollversuchen wurde dann doch nichts Langanhaltendes und der Flieger wurde mit sattem Motorengeräusch seinem Element übergeben. Er flog, und wie! Seit diesem Flug sind jetzt 4-5 Liter Benzin durch den Vergaser gelaufen und es wurde nichts am Modell verändert. Kein Schwerpunkt, keine Ruderausschläge, kein Motorsturz, die Maschine fliegt perfekt. Das Urteil der Erbauer: Bausatz kaufen, Modell bauen, fliegen und Spaß haben. An diesem Tag wurde die Maschine nur solo geflogen um den Motor die notwendige Zeit zum Einlaufen zu geben. Alle anderen Teilnehmer aus Deutschland flogen auf diesem so herrlich gelegenen Flugplatz noch Ihre Modelle vor, die Einen sofort am Vormittag, die Anderen nach dem Nachlassen der Nebenwirkungen der vorhergehenden Nacht.

Der Freitag wurde wieder auf der Terrasse der Fliegerschule beendet. Es entwickelte sich ein schöner, informativer, geselliger Abend. Weitere Modellsportler waren inzwischen angereist. In Deutsch, Polnisch und Englisch wurde versucht sich zu unterhalten, was immer wieder erstaunlich gut gelang. Für schwierige Fälle wurde unser Carol Dominas von Tisch zu Tisch vermittelt. Der polnischen Sprache mächtig konnte er so manchen in die Sackgasse geratenem Gespräch wieder auf die Hauptstrasse verhelfen. Unser Freund Pavel, polnischer Segelflugmeister in der offenen Clubklasse, fand in Peter Gaida, selbst begeisterter Segelflieger, seinen Gesprächspartner für diesen Abend. Schnell wurde ein gemeinsamer Segelflug für die nächsten Tage vereinbart und den ganzen Abend gefachsimpelt. Nach alter polnischer Tradition, nämlich sehr, sehr langsam aber kontinuierlich wurde noch oft die Luft aus den Biergläsern gelassen und diese Nacht endete erst in den Morgenstunden des nächsten Tages.

Und dieser lockte uns mit Sonnenschein aus den Betten. Unsere Frauen und Kinder nutzten diesen schönen Samstag für einen Ausflug nach Krakow. Voller Begeisterung kamen sie am späten Nachmittag zurück und berichteten von dieser wunderschönen, sehenswerten Stadt. Auch den Kindern hatte es in Krakow gefallen und begeistert präsentierten sie ihre Einkaufsbeute. Vielen Dank an Thomas Ogiermann. Er "opferte" sich an diesem Tag für unsere Frauen und brachte sie zusätzlich mit seinem Auto nach Krakow und zurück. (Es soll ihm aber ganz gut gefallen haben, so als Hahn im Korbe, sagt man.)

Als die dagebliebenen Piloten nach dem Frühstück am Flugplatz ankamen, konnten wir viele bekannte Gesichter begrüßen. Die Modellsportler aus der Region waren inzwischen angereist. Nach einem kurzen Briefing der Aktiven wurde mit dem Flugbetrieb begonnen. Alle waren hoch motiviert und wollten Ihre Modelle in der Luft zeigen. Sehr erfreut waren wir über die Teilnehmerzahl an diesem Modellflugtreffen. Standen wir noch vor zwei Jahren in der Überzahl auf dem Flugfeld, so sind wir mittlerweile in der Minderheit. Und das ist gut so. Von mehreren Teilnehmern wurde uns berichtet, dass diese Veranstaltung den Modellflug in der Region zu einer Weiterentwicklung verholfen habe. Wir mögen auch zukünftig an diesem sich entwickelnden Treffen teilnehmen, unsere Modelle zeigen und unser Wissen vermitteln. Hierzu muss aber angemerkt werden, dass die polnischen Modellsportler excelente Modellbauer sind und ihre Modelle durch Qualität und Detailtreue beeindrucken. Ihre Flugzeuge sind von den Abmessungen her etwas kleiner als unsere Großmodelle aber keinesfalls in der Bauausführung und in den Flugleistungen unterlegen. Ein von Roman Bialoskorki als Auftragswerk gebauter Bocian wurde z.B. aus
dem Nichts in Scaleausführung gefertigt. Da passt alles, von den Rumpfklappen bis zur Positionsbeleuchtung ist alles vorhanden. Im Tausch gegen einen ZG 62 wechselte dieser Bocian seinen Besitzer und wird bald als Modell von Ralf Gaida auf unserer Homepage zu sehen sein. Großer Wissensdurst besteht bei unseren polnischen Modellsportlern nach Informationen zur verwendeten Technik und Motoren in unseren Großmodellen. Diesen versuchten wir zu stillen. Gern wurden alle Fragen beantwortet, Ratschläge und Tips erteilt und bestimmt auch der eine oder andere Grundstein für ein neues Modellprojekt gelegt.

Vor den zahlreich erschienenen Zuschauern wurde ein buntes Programm von Modellen in der Luft und am Boden gezeigt. Gelungene Vorführungen belohnte das Publikum mit Applaus. Sehr schnell wurde von einer Modellfluggruppe aus Krakow nach einer Schleppmaschine verlangt und das Fly Baby von Ralf Gaida kam zum Einsatz. Mit Begeisterung ließen die Krakower Ihre Segelflieger an den Himmel der Beskieden schleppen. Wurde im letzten Jahr mit einem Akkuschrauber noch schnell einigen Modellen eine provisorische Schleppseilbefestigungsmöglichkeit verpasst, so hatten jetzt alle Segler eine ordentliche Schleppkupplung.

Besondere Aufmerksamkeit genoss Tino Titze mit dem Flugprogramm seiner SU. Wenn Tino seinen 80 cm³ ZDZ Motor anwarf, dann war der Luftraum frei von balsaholzhaltigen Fluggeräten. Er zeigte ein Kunstflugprogramm der Extraklasse und begeisterte die Zuschauer. Sofort nach dem Start, in unmittelbarer Bodennähe, legte er seine Su mit einer halben Rolle auf den Rücken und ein Raunen ging durch das Publikum. Dies wurde durch viele AAH's und OOH's im Laufe der Darbietung gesteigert und durch Kopfschütteln bekräftigt. Wie Tino den Luftraum über dem Flugplatz mit seiner SU durchbohrt ist wirklich toll und spiegelt sein jahrelanges Training und sein Können mit dieser Art von Flugmodellen wieder. Viele Steuerabfolgen von irren Flugfiguren sind dem Schreiber dieser Zeilen überhaupt nicht bekannt. Einige Figuren in Bodennähe hätte er aus purem Modellerhaltungstrieb abgebrochen.
Aber Tino ist jederzeit Herr über sein Modell und er bestimmt wo es langgeht. Mit heftigem Beifall wurden seine Vorführungen vom Publikum und den Modellpiloten belohnt. Diese Darbietung lies auch die anwesenden Piloten der am Platz stationierten Flugzeuge unser Hobby aus einem andern Blickwinkel sehen und auch sie zollten Tino Titze ihre Anerkennung. Als Frank Zimmermann, der Tino immer zur Sicherheit zur Seite steht, die SU vom Platz schob, sah man beiden die Anspannung der letzten Minuten an. Frank hatte noch immer feuchte Hände vom zuschauen und auch Tinos Hosenbeine hingen noch nicht ruhig und gerade nach unten. Wenn Tino fliegt gehen die Vögel zu Fuß.

Erfreulicherweise hielten sich wohl alle Teilnehmer an die verabredete Funkdisziplin. Durch die Kanaldoppelbelegungen kam es aber auch zu einigen Wartezeiten bis man wieder fliegen konnte. Aber das ist nun mal so. Umso mehr Teilnehmer, so interessanter ist die Veranstaltung aber auch so geringer die Flugzeit für jeden Einzelnen. Insgesamt war es eine sichere Veranstaltung die ohne nennenswerte Beschädigung von Modellen ablief. Der ein oder andere "krumme" Start oder "aufregende" Landungen wurden von den Teilnehmern selbst erkannt und zukünftig vermieden. Da hatte man aus den letzten Jahren gelernt.

Dieser wirklich aktive Tag wurde durch einen Schauer unterbrochen und Teilnehmer und Besucher drängten sich in den knüppeldick gefüllten Hangar. Diesen Moment nutzten unsere Vereine um unser Gastgeschenk zu überreichen. Geprägt von den Bildern der F-Schlepps des letzten Jahres hatten wir uns überlegt einen Antrieb für ein Schleppmodell mit in die Beskieden zu bringen. Der Gruppe der Modellsportler aus Krakow, die so herrliche Segelflugmodelle zwischen 3 und 4 Meter Spannweite bauen und dann, mangels Schleppmaschine, den weiten Weg in die Berge fahren um da am Hang zu Segel, überreichten wir einen ZG38. Darüber waren sie so überrascht, dass ihnen wirklich die Worte fehlten. Große Augen sahen sich gegenseitig an und man wusste nicht was man sagen sollte. Nach einer halben Minute rannte ein Krakower zum Auto und brachte die Abendration an Alkohol als Gegengeschenk. Aber kurz darauf sprudelte die polnische Sprache wieder und uns wurde erklärt, dass dieser Motor in einem Schleppmodell Verwendung findet, welches im Krakower Verein seine Heimat finden wird. Sofort hatten sie auch Vorstellungen vom Modelltyp. Ein Nachbau eines polnischen Originals wird es natürlich sein. Im nächsten Jahr soll die Maschine fertig sein. Und dann lassen wir uns mal schleppen.

An der Stelle ein Dankeschön an unsere mitgereisten Modellbauer. Nur durch die gemeinsame Sammlung unter Euch konnte dieser Betrag für den Motor aufgebracht werden. Auf jeden Fall wurde große Freude ausgelöst und der Modellsport wieder einem Schritt nach voran gebracht.

Am Ablauf des Abends wurde, verglichen mit den vorhergehenden Abenden, nichts verändert. Was sich bewährt hat soll man bekanntlich beibehalten. Und daran wurde sich auch streng gehalten.

Der Sonntagvormittag war dann doch noch total verregnet. Viel ging leider nicht mehr. Zu dem einen oder andern Flug hat es gerade noch so gereicht. Hauptsächlich stand man im Hangar zum Fachsimpeln herum. Nach dem Mittagessen riss aber der Himmel zeitweise auf und man konnte etwas fliegen bevor dann wieder Schauer niedergingen. Gegen 15 Uhr war es jedoch möglich mit der JAK-12 Rundflüge durchzuführen. Diese Möglichkeit wurde von vielen Mitreisenden genutzt.
Und dann hat es sogar noch für den jeden Abend erneut vorbereiteten Segelflugschlepp für Pawel und Peter Gaida gereicht. Der Puchacz wurde an einen Berg geschleppt wo er lange im Hangaufwind flog. Zu diesem Zeitpunkt musste der Author dieses Berichts dann leider diesen schönen Flugplatz verlassen und die Heimreise antreten. Die Pflicht der montäglichen Arbeitsaufnahme rief. Viele unserer Vereinsmitglieder verbrachten aber eine weitere Nacht (Ablauf siehe oben) am Zar bis sie am Montag nach Deutschland zurückfuhren. Als Geschenk erhielten alle Teilnehmer einen Kugelschreiber und eine wunderschöne Kaffeetasse, welche uns nun täglich beim Frühstück an diese Veranstaltung zurückdenken lässt.

Rückblickend haben wir wieder ein herrliches Modellflugwochenende in den Beskieden erlebt, neue Eindrücke gewonnen, alte Bekannte getroffen, neue Bekanntschaften geschlossen, Erfahrungen ausgetauscht und viel Spaß gehabt. Wir freuen uns schon heute auf das kommende Jahr. Da gibt es wieder ein internationales Modellflugtreffen am Zar, das
4. bereits, und da sind wir dabei. Garantiert !!

od smigla                                                                                www.glidezar.com

Knut Hentzschel                                                                                                                        zur Fotogalerie >>

 
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